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Rückblick 2014: "3 Mal ist nicht genug - Status Quo einer Verschwendung"

In der dritten Ausgabe 2014 der Zeitschrift des österreichen freien Theaters "Gift" analysiert Katharina Dilena Förderstrukturen, "Personelle Kapazitäten", "Veranstalter" und "Touring", allesamt Bereiche, die die künstlerische Arbeit von freien Gruppen beeinflussen. Im Rahmen der Auswertung fragt sie sich, an welcher Stelle des Theatersystems man etwas verändern muss, damit sich die Produktionsbedingungen verbessern und "der Organismus Theater besser ins Laufen gebracht wird":

"Wir konstatieren: Es wird immer mehr produziert – nicht nur im freien Theater, aber das soll hier nicht Thema sein. Und gleichzeitig fehlen die Ressourcen (finanzielle, zeitliche, organisatorische, infrastrukturelle etc.) um die Produktionen öfter als eine Spielserie (ca. 3-10 Aufführungen) lang zu zeigen, geschweige denn auf Tour zu schicken."

 

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Kulturpolitische Konzeptionen zur Reform der Darstellenden Künste. Ringvorlesung an der Universität Hildesheim

Universität Hildesheim
Wintersemester 2012/13
Institut für Kulturpolitik
Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Theater. Entwickeln. Planen.
Kulturpolitische Konzeptionen zur Reform der Darstellenden Künste

Ringvorlesung, mittwochs, 12 – 14 Uhr, H 1

Sanierung des Zuschauerraums des Theaters Wolfenbüttel (Foto: B. Janitschke)

Foto: B. Janitschke


Deutschlands Theaterlandschaft ist einmalig. Entstanden durch Fürstenstaat und Bürgergesellschaft, institutionell mitten in der Stadt konstituiert und infrastrukturell mit Ensemble und Repertoire organisiert, als Stadt- und Staatstheater oder als Landesbühne. Vom Gegenspieler zum Kooperationspartner entwickelte sich eine freie Theaterszene, die mittlerweile ebenfalls die Etablierung sucht – in Tanz- und Theaterhäusern sowie Kunst- und Kulturzentren. Das alles lassen sich vor allem Kommunen und Länder jährlich fast drei Milliarden Euro kosten.

Doch immer wieder ist kein Geld vorhanden, um die Preis- und Tarifsteigerungen der personalintensiven Apparate zu finanzieren. Theater fusionieren, Sparten werden abgewickelt, im schlimmsten Fall wird Insolvenz angemeldet. Die Freien Gruppen hangeln sich von Projekt zu Projekt, allen gemein ist die prekäre wirtschaftliche und soziale Lage der Tanz- und Theaterschaffenden und die drohende Altersarmut der KünstlerInnen.

Welche Reformen sind überfällig, welche Produktionsformen braucht Theater, welche Neuorientierungen sind notwendig, um die Not zu wenden?
Das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim lädt im Wintersemester 2012/2013 ExpertInnen der Theorie und Praxis ein, Theaterentwicklungsüberlegungen zu denken, vorzutragen und zur Diskussion zu stellen. Die Ringvorlesung will die Debatte um das deutsche Bühnenwesen konkretisieren, Theater entwickeln, Theater planen.


24.10. Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Universität Hildesheim): Under Construction. Reformbedarfe auf der Baustelle Theater

31.10. Prof. Dr. Birgit Mandel (Universität Hildesheim): Interkulturelles Audience Development. Eine Strategie für Reformprozesse öffentlicher Theater?

07.11. Prof. Dr. Jens Roselt (Universität Hildesheim): Mythos Stadttheater: Vom Weh und Werden einer deutschen Institution.

21.11. Prof. Dr. Annemarie Matzke (Universität Hildesheim): Kollektives Produzieren im Theater – Proben, Kooperationen, Institutionen

28.11. Prof. Thomas Schmidt (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main): Die Transformation des deutschen Theatersystems – Struktur, Herausforderungen und Modelle

05.12. Prof. Dr. Friedemann Kreuder (Johannes Gutenberg Universität Mainz): Un/doing differences - ein Auftrag für zeitgenössische Theaterinstitutionen

12.12. Prof. Dr. Geesche Wartemann (Universität Hildesheim): Zwischen Lektion und Labor. Die Zukunft der Theatervermittlung

19.12. Prof. Dr. Ingrid Hentschel (Fachhochschule Bielefeld): Laboratorien der Gegenwart – Wieviel Theater braucht Europa?

09.01. Prof. Dr. Christopher Balme (Ludwig-Maximilians-Universität München): Theater als Kulturindustrie: Globale Perspektiven

16.01. Prof. Dr. Günther Heeg (Universität Leipzig): Die (Auf)Lösung des Stadttheaters

23.01. Prof. Dr. Matthias Rebstock (Universität Hildesheim): MusikTheater: Spielräume schaffen!

30.01. Dr. Thomas Oberender (Intendant der Berliner Festspiele): Zeitgenössisch ist das, worüber man spricht. Theaterstrukturen zwischen Saison und Festival, Haus und Event

06.02. Prof. Dr. Peter W. Marx (Universität zu Köln): »Berlin hat kein Theaterpublikum!« Überlegungen zum Theater zwischen Kulturkonsum und Subvention


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