Goldene Zeiten für die Berliner Kulturlandschaft? Und auch Brandenburg tut Gutes für das Freie Theater.

 Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) hatte es nicht leicht mit der Debatte um die neue Intendanz der Berliner Volksbühne. Bei der Präsentation des jüngsten Doppelhaushalts konnte er sich seiner Sache jedoch sicherer sein. 2018 stieg sein Kulturetat auf 725 Millionen Euro an, 2019 sollen es 710 Millionen Euro sein. Das bedeutet für die Stadt Berlin einen Zuwachs von fast 20 Prozent.1  „Im Mittelpunkt stehen für mich Fragen der gleichberechtigten Teilhabe aller am gesellschaftlichen und damit auch am kulturellen Reichtum,“ sagte Klaus Lederer zu der Vorstellung seinen Etats.2 Hierfür hat er einen neuen Fördertopf eingeführt, der speziell für die Berliner Festivals, wie den Karneval der Kulturen oder die Fête de la Musique, zur Verfügung stehen sollte. Des Weiteren sollte das Geld in die Sanierung von Kulturinstitutionen, die Kinder- und Jugendtheater, die Atelierförderung und in die Erforschung der Herkunft von Kunstwerken und Objekten in den Museen fließen.

Weiterlesen: Goldene Zeiten für die Berliner Kulturlandschaft? Und auch Brandenburg tut Gutes für das Freie...

Vom Fördern und Fordern Wie kann und sollte aktionistische Kunst öffentliche Wertschätzung erfahren?

„Ich glaube, dass jede künstlerische Aktion per se politisch ist. Man kann das nicht voneinander trennen und spätestens seit den historischen Avantgardebewegungen […] wissen wir das. Ich glaube die Diskussion, die wir im Moment führen, müssen wir auch in diese historische Perspektive einbetten“, so eine Stellungnahme von Prof. Dr. Hans Joachim Wagner beim diesjährigen Kolloquium des Fond Darstellende Künste. Dieses fand im Rahmen des Festivals Politik im freien Theater statt, welches vom 01. bis 11. November 2018 von den Münchner Kammerspiele ausgerichtet wurde. Zu der Diskussion mit dem Titel „HAUPTSACHE ES KNALLT!“ Förderung von Aktionsformen in der Kunst oder künstlerischen Formaten in der Aktion kamen am zweiten Festivaltag Künstler*innen, Förderer und Aktive der Theaterlandschaft im Theater HochX zusammen. Sie erörterten Fragen zum Antragswesen, ob dieses zu unterstützen oder zu verändern ist, ob man Projekte oder eher Künstler fördern sollte und ob generell die Strukturen in der Kultur überarbeitet werden sollten. Hans Joachim Wagner, der Leiter des Bewerbungsbüros Kulturhauptstadt 2025 in Nürnberg, teilte sich die Bühne mit Dr. Sebastian Brünger von der Kulturstiftung des Bundes, Jean Peters vom Peng! Kollektiv, der Moderatorin Sophie Becker vom Spielart Festival, Kuratorin und Aktivistin Felizitas Stilleke sowie Prof. Dr. Wolfgang Schneider von der Universität Hildesheim als Vorsitzender des Fonds.    

Weiterlesen: Vom Fördern und Fordern Wie kann und sollte aktionistische Kunst öffentliche Wertschätzung erfahren?

“Inclusion can’t be learned it has to be lived” Inklusive Künste als Thema beim ASSITEJ Weltkongress 2017

„Inklusion kann nicht gelernt werden – sie muss gelebt werden.“ Mit diesen Worten wird der Fokustag vom International Inclusive Art Network (IIAN) eröffnet. IIAN ist eines von fünf Netzwerken der Internationalen Vereinigung des Theaters für junges Publikum (ASSITEJ) und richtet sich speziell an Theaterformen für, von und mit Menschen mit Beeinträchtigung.
Beim ASSITEJ Weltkongress 2017 in Kapstadt Südafrika wurden über den gesamten Kongresszeitraum Fokustage mit Seminaren, Lesungen und Workshops zu spezifischen Themen angeboten. Diese deckten eine große Bandbreite des Theatre for Young Audiences (TYA) ab: Von Theatre and Storytelling bis hin zu Theatre for the Early Years. Passend zu diesen Themenfeldern gab es jeweils spezifische Empfehlungen für Theatergastspiele, um einen direkten Praxisvergleich ziehen zu können. Der Fokustag vom IIAN beschäftigte sich ganz explizit mit „Arts for, by and with people of all abilities“ und markiert somit bereits in der Überschrift die Forderung nach einem Umdenken: Es geht nicht um dis-abled, sondern um abled people – nicht die Unfähigkeiten werden betont, sondern die Fähigkeiten.

Weiterlesen: “Inclusion can’t be learned it has to be lived” Inklusive Künste als Thema beim ASSITEJ...

Reines Theater

Anträge auf Mittelkürzungen und Angriffe auf die Freiheit der Kunst: Im Berliner Abgeordnetenhaus lässt sich studieren, was es bedeuten würde, wenn die AfD den Vorsitz des Kulturausschusses im Bundestag bekommen würde.

Von Peter Laudenbach

Noch ist es offen, ob die AfD im Bundestag den Vorsitz im Kulturausschuss übernehmen wird. Kulturschaffende wie die Schauspielerin Iris Berben oder der Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Ulrich Khuon, warnen davor. Wie AfD-Abgeordnete Parlamentsgremien für die Inszenierung eines Kulturkampfes benutzen, kann man schon jetzt im Berliner Abgeordnetenhaus besichtigen. Die zweite Lesung zum Haushaltsentwurf am Montag nutzten sie, um ihr Kulturverständnis zu demonstrieren. "Die AfD hat einen einfachen Kompass", sagt Kultursenator Klaus Lederer (Linke). "Wer gegen Rassismus Position bezieht oder nichtdeutsche Künstler auf die Bühne bringt, muss sich, wenn es nach der AfD geht, auf Sanktionen gefasst machen."

Weiterlesen: Reines Theater

Übersetzer will er sein

Marc Grandmontagne über die Verhandelbarkeit von Theater

Seit Beginn diesen Jahres bekleidet Marc Grandmontagne als gewählter Direktor des Deutschen Bühnenvereins eines der einflussreichsten kulturpolitischen Ämter in der nationalen Kulturlandschaft. Im Rahmen eines Seminars über kulturpolitische Akteur*innen war der studierte Jurist und Politologe Gast am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Grandmontagne hat sich schon seit geraumer Zeit der Kulturpolitik verschrieben und arbeitete unter anderem am Projekt der europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 und als Geschäftsführer der Kulturpolitischen Gesellschaft. Jetzt ist es nach eigener Beschreibung sein Job, die Mitglieder und Mitgliedsverbände des Bühnenvereins zu repräsentieren und zu schützen. Denn die stetige Infragestellung einer Notwendigkeit von Kunstproduktion und die Marginalisierung der Kulturpolitik mache es selbst dem progressivsten Kulturbetrieb schwer. Und das, da schreckt Grandmontagne auch nicht vor einer vermeintlich negativen Konnotation des Wortes zurück, ist Lobbyarbeit.

Weiterlesen: Übersetzer will er sein