Lobgesänge. Abgesänge. Der Fall Dercon - eine kulturjournalistische Zusammenschau

Kaum ein anderer Wechsel in der Intendanz eines deutschen Stadttheaters hat in den letzten
Jahren soviel Wirbel verursacht wie die Besetzung Chris Dercons als Frank Castorf Nachfolge an
der Volksbühne Berlin.

Am 13. April 2018 lässt die Pressestelle des Berliner Senats folgende Erklärung verlauten: „Klaus
Lederer (Die Linke) und Chris Dercon einigen sich auf die Beendigung der Intendanz“. Das
Konzept Dercons sei nicht wie erhofft aufgegangen und der designierte Geschäftsführer Klaus
Dörr werde nun kommissarisch die Volksbühne verwalten.1

An den folgenden Tagen überschlagen sich Kommentare, Skandalisierungen und Enthüllungen
über die Causa Dercon und scheinbar jede Tageszeitung nimmt Stellung zum Rücktritt Dercons.

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DAS HERZ-STÜCK

Über die Praxis der Ensemble-Kündigung beim Wechsel der künstlerischen Leitung

Ein Zwischenruf von Fiona Kastrop

 

Ende des vergangenen Jahres wurde die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft für die internationale UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes nominiert. 

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Wem nützt der Streit? Eine allgemeine Überlegung wer von der Absage des Regisseurs Alvis Hermanis an das Thalia Theater profitiert

Still geworden ist es inzwischen um Alvis Hermanis, seine geplante Inszenierung am Thalia Theater wurde klammheimlich abgesetzt. Offensichtlich hat seine Absage „aus privaten Gründen“ nur wenige Wellen geschlagen in der Kulturwelt. Wenige, dafür aber sehr hohe Wellen.

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Festivalheft-Ranking 2015

Ist man fleisig unterwegs, sammeln sich im Laufe eines Festivalsommers so einige Hefte an. Wenn sie sich langsam im Bücherregal stapeln, lohnt ein Vergleich. Wir haben den Blick gewagt und neun beliebige Hefte der diesjährigen Festivalsaison noch einmal zur Hand genommen. Beurteilt haben wir sie in den fünf Kategorien Layout, Bildästhetik, Spaßfaktor, Brisanz und Praktikabilität. Nicht ganz ernst zu nehmen sind die Sonderpreise, die wir im Eifer des Gefechts noch zusätzlich erfunden und vergeben haben.

Wer hat die meisten Bäume getötet? Das Augenblick mal!
Wer will unbedingt jung und cool sein? Die Schillertage
Wer hat gedacht, er gestalte ein Mathebuch? Der Mühlheimer Stückemarkt
Wer wird von der Telekom gesponsert? Die Baden-Württembergische Theatertage
Wer hat an seine Zielgruppe gedacht? Die Starken Stücke

Andauerndes Flüchtlings-Drama versus AfD

Karina Weber von der AfD muss ihr Herz wohl am rechten Fleck haben: „Ich bin für Zuwanderung, ich unterstütze sie und Deutschland braucht Zuwanderung aus einer Vielzahl von Gründen“ flötet sie auf ihrer Website. Und das sind nicht nur leere Worte. Besonders sorgt sie sich nämlich um sechs Lampedusa-Flüchtlinge, die über den Winter in einem hölzernen Bau auf dem Gelände des Kunst- und Theaterzentrums Kampnagel wohnten. Dabei verfüge das durch „Steuermittel finanzierte“ Objekt nicht einmal über einen Brandschutz, klagt Weber. Und in Hamburg kann einem vor Kälte schon mal das Lachen im Gesicht einfrieren, das sind die Fremden sicherlich nicht gewohnt. Italien, wo die Flüchtlinge herkamen, oder gleich ihr Heimatland  Libyen wäre sicher geeigneter für eine Überwinterung gewesen. „Dann hätten die Lampedusa-Flüchtlinge bereits ihren ersten Winter nicht im kalten Hamburg, sondern warmen im Süden (sic!) verbringen können“.
Die AfD hat als Konsequenz im Dezember 2014 Anklage gegen die verantwortliche Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard erhoben. Später wurden ein Anfangsverdacht als bestätigt angesehen und Ermittlungen aufgenommen. Dass die Flüchtlinge den Winter in ihrem gut isoliert und ausgestattetem, übrigens aus Crowdfunding-Mitteln finanzierten Heim auf Zeit gut hinter sich gebracht haben, scheint Weber und die AfD nun nicht mehr allzu sehr zu bewegen – die Bürgerschaftswahl im Frühjahr 2015, für die sich der politischeRummel sicherlich gelohnt hat, ist schon lange vorbei. Und zu viele Sorgen sollte man sich ja auch nicht machen.