Andauerndes Flüchtlings-Drama versus AfD

Karina Weber von der AfD muss ihr Herz wohl am rechten Fleck haben: „Ich bin für Zuwanderung, ich unterstütze sie und Deutschland braucht Zuwanderung aus einer Vielzahl von Gründen“ flötet sie auf ihrer Website. Und das sind nicht nur leere Worte. Besonders sorgt sie sich nämlich um sechs Lampedusa-Flüchtlinge, die über den Winter in einem hölzernen Bau auf dem Gelände des Kunst- und Theaterzentrums Kampnagel wohnten. Dabei verfüge das durch „Steuermittel finanzierte“ Objekt nicht einmal über einen Brandschutz, klagt Weber. Und in Hamburg kann einem vor Kälte schon mal das Lachen im Gesicht einfrieren, das sind die Fremden sicherlich nicht gewohnt. Italien, wo die Flüchtlinge herkamen, oder gleich ihr Heimatland  Libyen wäre sicher geeigneter für eine Überwinterung gewesen. „Dann hätten die Lampedusa-Flüchtlinge bereits ihren ersten Winter nicht im kalten Hamburg, sondern warmen im Süden (sic!) verbringen können“.
Die AfD hat als Konsequenz im Dezember 2014 Anklage gegen die verantwortliche Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard erhoben. Später wurden ein Anfangsverdacht als bestätigt angesehen und Ermittlungen aufgenommen. Dass die Flüchtlinge den Winter in ihrem gut isoliert und ausgestattetem, übrigens aus Crowdfunding-Mitteln finanzierten Heim auf Zeit gut hinter sich gebracht haben, scheint Weber und die AfD nun nicht mehr allzu sehr zu bewegen – die Bürgerschaftswahl im Frühjahr 2015, für die sich der politischeRummel sicherlich gelohnt hat, ist schon lange vorbei. Und zu viele Sorgen sollte man sich ja auch nicht machen.