Wem nützt der Streit? Eine allgemeine Überlegung wer von der Absage des Regisseurs Alvis Hermanis an das Thalia Theater profitiert

Still geworden ist es inzwischen um Alvis Hermanis, seine geplante Inszenierung am Thalia Theater wurde klammheimlich abgesetzt. Offensichtlich hat seine Absage „aus privaten Gründen“ nur wenige Wellen geschlagen in der Kulturwelt. Wenige, dafür aber sehr hohe Wellen.

Denn die persönlichen Gründe beinhalteten auch eine persönliche Abneigung gegen die Flüchtlingspolitik des  Hamburger Theaters. Die Solidarisierung des Thalia Theater mit den Opfern von Paris im November 2015 sei laut Regisseur Hermanis nicht vereinbar mit der offenen Unterstützung von Geflüchteten in Hamburg. Mit solchen „Flüchtlingshelfern“ möchte er sich nicht in einem Boot wissen.
Ein so renommierter und gefragter Regisseur mit solch krassen Ansichten – wo kommt das denn auf einmal nur her? Und warum veröffentlicht das Thalia diese hausinterne Stellungnahme und schafft diesen Ansichten, mit denen sie ja offensichtlich nicht übereinstimmen, dadurch nur mehr Gehör? Ist der Zweck eine Brandmarkung des Letten? Dann wäre die Aktion doch sehr ungalant. Es liegt die Vermutung nahe, dass nur einmal mehr der alte Boden genährt werden sollte, die Institution Theater als Raum für Austausch und gesellschaftliche Relevanz zu profilieren. Es heute wieder zu einem solchen zu machen, was es in seiner Grundform ja schon immer gewesen ist,  ist ja unzweifelhaft eine der Aufgaben die Joachim Lux sich gestellt hat.