"Die eigene GEschichte parat haben"

Wie sieht die Historie des Freien Theaters aus? Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass das Freie Theater „seine eigene Geschichte nicht parat hat“, so Henning Fülle, Kulturforscher und Dramaturg.

Deshalb soll diesem Missstand durch die Erarbeitung einer Konzeption für ein Archiv des Freien Theaters im Rahmen eines Forschungsprojektes des Institutes für Kulturpolitik der Universität Hildesheim Abhilfe geschaffen werden. Das Projekt „Performing the Archive“ stellt den Versuch dar, zukünftig die Dokumente des Freien Theaters von Dachböden und Kellern zusammenzutragen und an einer zentralen Stelle aufbereitet zu bündeln. Dabei soll der Begriff der Performance eine besondere Rolle spielen, damit nicht ein „Staubmasken- weiße- Handschuhe- Achiv“ entstehe.

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Kollektive des Recherchierens und Reflektierens - Ein Gespräch über die Rolle des Freien Theaters zwischen Mieke Matzke, Jens Roselt und Geesche Wartemann, moderiert und dokumentiert von Azadeh Sharifi und Wolfgang Schneider

Was sind Merkmale Freien Theaters? Welche Impulse haben Freie Theatergruppen der deutschen Theaterlandschaft gegeben? Und wo sind Prozesse künstlerischer und kulturpolitischer Veränderungen zu identifizieren? Im Rahmen eines Kolloquiums des Forschungsprojektes “Die Rolle der Freien Theater im europäischen Theater der Gegenwart: Strukturelle und ästhetische Veränderungen”, das vom Internationalen Theater-Institut Zentrum Bundesrepublik Deutschland unter der Leitung von Professor Dr. em. Manfred Brauneck (Universität Hamburg) durchgeführt wurde, haben die Professoren Geesche Wartemann, Jens Roselt und Mieke Matzke vom Institut für Medien und Theater der Universität Hildesheim die Rolle des Freien Theaters in Deutschland erörtert. Aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten sie Konzepte und Kriterien eines Freien Theaters.

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Next Generation im Freien Theater - Ein Kommentar zum Fachforum „Generationenwechsel“ in Hannover

Von den Alpen bis ans Meer wird vom Generationenwechsel im Freien Theater gesprochen. Stichworte wie „Next Generation“ und „Generation Y“ sind immer wieder zu hören und zu lesen. Doch was hat es mit diesem Generationenwechsel auf sich? Woher kommt der Trend, darüber zu sprechen?

Die erste Generation der freien Theatermacher schreitet unweigerlich auf das Rentenalter zu – auch wenn einige das noch nicht wahrhaben wollen. Oft schon in den 1970er Jahren haben sie eigene Gruppengegründet, Ästhetiken in der Stadt und im Land etabliert und Förderer ans Haus gebunden. Viele haben ein reiches Erbe geschaffen, das weitergeführt werden soll. Es ist offensichtlich, dass etwas getan werden muss ob der alternden Freien Szene und ihrer Strukturen. Die Frage ist nur wie?

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„Größeres schaffen!“

Clair Howells im Gespräch mit Luise Gerlach über Theater, den öffentlichen Raum und die Vorteile eines eigenen Verbands.

 

www.theaterpolitik.de: Der Bundesverband Theater im öffentlichen Raum setzt sich für die Anerkennung von Theater im öffentlichen Raum als eigenständiges Genre ein. Warum die Betonung der Eigenständigkeit?

Clair Howells: Wir sind natürlich Teil der freien Theaterszene. Kunst, die draußen stattfindet, hat allerdings spezielle Bedingungen und Bedürfnisse. Unsere Arbeit ist sehr unmittelbar. Das Publikum ist breiter aufgestellt, alle sozialen Schichten sind vertreten. Im öffentlichen Raum können andere Themen, Formate und Formen vorkommen als in der klassischen Black Box. Es gibt nicht den geschützten Raum wie in einem geschlossenen Theater. Dadurch hat man mit Verkehr zu tun, mit verschiedenen Arten von Geräuschen, man macht selbst Geräusche, muss besondere Sicherheitsvorschriften beachten. Dafür können wir uns, je nach Ort, weiter ausbreiten.

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Das Problem der Partizipation

Partizipation ist zum regelrechten Zauberwort in den darstellenden und performativen Künsten geworden. Den Zuschauer aus dem Dunkel des Parketts zu befreien, beinhaltet für viele Theatermacher das utopische Versprechen einer gerechten Gesellschaft, an der alle teilhaben. Doch dabei wird oft vergessen, dass Theater sich von anderen kulturellen Praktiken unterscheidet.

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