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  • Es geht um die Zukunft unserer Theaterlandschaft

     

    Eine kulturpolitische Polemik aus gegebenem Anlass

     

    Es scheint so zu sein: Die deutsche Theaterlandschaft ist sich ihrer normativen Kraft des Faktischen auch weiterhin sicher. Oder ist es nur die Ruhe vor dem Sturm? Wenn nach dem 27. September diesen Jahres der allseits befürchtete Kassensturz stattfindet, wird die öffentliche Axt auch an die Kulturförderung gelegt werden. Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger hat diesbezüglich schon Redebedarf bei den kulturell aktiven Landeskindern angemeldet. Zwar verkündete er auf dem Kunstkongress seiner Landesregierung Anfang Mai in Karlsruhe, dass es 2009 keine Kürzungen geben werde. Aber wenn alle den Gürtel enger schnallen müssen, dann wird wohl auch die Kulturpolitik Maßnahmen erwarten dürfen. Es wird also gewartet. In dieser Haltung lässt es sich ganz gut leben. Harren wir der Dinge, die da kommen. Und gegen die Milliarden Euro, mit denen derzeit Krisenmanagement betrieben wird, sind die Beträge, mit denen die Kultur alljährlich rechnen darf, doch eher Peanuts. Redebedarf besteht, aber wie sieht es denn mit den konzeptionellen Ãœberlegungen aus, die ein sinnvolles Handeln zur Folge haben könnten? Wie reagieren Theater auf das, was sich abzeichnet? Und warum agiert denn keiner?

     

  • Kinder- und Jugendtheater ... ist in der ganzen Welt

    2009 wurde der ASSITEJ-Preis verliehen an Ad de Bont. Der niederländische Autor und Theaterleiter offenbarte in seiner launigen Danksagung seine Beziehungen zur Kinder- und Jugendtheaterlandschaft in Deutschland. Sein Credo nach dreißig Jahren: "Von wem kommt die Rettung? Von den Deutschen". Er beschreibt eine Zeit, in der die Qualität des niederländischen Jugendtheaters sehr zu wünschen übrig ließ, wichtige Gruppen vor sich hin dümpelten und ein inspirierendes Vorbild nirgendwo in Sicht war. "Bis ein Jahr später die Deutschen nach Holland kamen, die Berliner, Volker Ludwig mit seiner Truppe. Um dem niederländischen Jugendtheater neue Impulse zu geben, wurde das Grips Theater vom Holland Festival 1980 mit sieben Produktionen eingeladen. Ich habe sie alle gesehen. "Max und Milli", "Spaghetti mit Ketchup", "Wasser im Eimer", "Stokkerlok und Millipilli" usw. Nicht nur die Stücke, auch Regie und Darstellung waren für mich in den folgenden Jahren die wichtigste Inspiration auf der Suche nach einem sowohl inhaltlich als auch künstlerisch fordernden Jugendtheater." 1985 und 1986 war das Theater Wederzijds zu dem Festival "Schauspiele" an das Theater der Jugend in München eingeladen und Ad de Bont empfand auch diese Begegnung als außerordentlich hilfreich für die künstlerische Entwicklung seiner Truppe. Und dass seine Stücke in einem deutschen Verlag erscheinen, mittlerweile sind es mehr als zwanzig, die in mehr als 200 Inszenierungen auf deutschen Bühnen zum Leben erweckt wurden, empfindet der Dramatiker als ebenso bedeutsam – vor allem natürlich aus existentiellen Gründen.

     

  • STATE OF THE ART

    Bei dem "praktischen Symposium" State of the Art geht es um das Ausprobieren von Nachgesprächsformaten, wobei auf Theaterinszenierungen freier studentischer Produktionen aus Hildesheim zurückgegriffen wird.

    vom 16. - 18.10. 2009 im Theaterhaus Hildesheim

    weitere Infos

  • Bist du Deutschland? Die Deutschlandsaga an der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin

    Während die großen bundesdeutschen Medienkonzerne mit ihrer Social-Marketing-Kampagne "Du bist Deutschland!" danach trachten ein neues, positives Nationalgefühl der Deutschen heraufzubeschwören, fragt man sich an der Berliner Schaubühne anlässlich des 60. Geburtstags der Bundesrepublik was das eigentlich ist: Deutschland? Das verwundert, denn geschichtliche Jubiläen und Ereignisse sucht man im zeitgenössischen Theater vergebens. Da geht es um Beziehungen, Freundschaften – Personenkonstellationen im Hier und Jetzt, nicht aber um die deutsche Vergangenheit.
    Dieser Tatsache versucht das von Thomas Ostermeier geleitete Theater im Moment mit dem groß angelegten Dramenprojekt "60 Jahre Deutschland. Annäherung an eine unbehagliche Identität" entgegenzuwirken.
    Anlässe sich mit dem historischen Standort Deutschland zu beschäftigen gibt es in der Spielzeit 2008/2009 genug: Der Beginn des Zweiten Weltkriegs jährt sich 2009 zum 70. Mal, zehn Jahre später die Geburtsstunde der Bundesrepublik und der DDR; 1968/69 brach mit der Studentenbewegung eine turbulente Zeit für die deutsche Gesellschaft an und 1989 schließlich fiel die Berliner Mauer.
    Der Großteil dieser prägenden Momente jedoch ist den zeitgenössischen Dramatikern lediglich aus dem Geschichtsunterricht oder den Erzählungen der Eltern und Großeltern vertraut, sie sind keine Zeitzeugen. Zu fern sind die Ereignisse ihrer eigenen Lebenswelt, womöglich zu fern um darüber zu schreiben?
    Diese Ausrede lässt die Schaubühne im ersten Schritt von "60 Jahre Deutschland" nicht gelten, denn das Schicksal des Nachgeborenen wird hier zur Tugend gemacht: Die bereits im Herbst 2007 angelaufene Uraufführungswerkstatt "Deutschlandsaga" nahm sich bis April 2008 jeden Monat ein Jahrzehnt der deutschen Nachkriegsgeschichte vor. Dabei sollten die Kurzdramen aus dem historischen Abstand den Fragen nachgehen, welche Ereignisse für erinnerungswürdig gehalten werden und auf welche geschichtlichen Gründungsmythen sich eine junge Generation bezieht, wenn sie ihre eigene Identität aus der Vergangenheit ableitet.
    Gemäß Odo Marquards Ausspruch "Ohne Herkunft keine Zukunft" wird die junge Theatergeneration (die Inszenierung übernehmen die beiden Theaterregie-Studenten Robert Bormann und Jan-Christoph Gockel) nach den identitätsstiftenden Momenten der Vergangenheit befragt.
  • Spurensuche 8 in Bonn

    Aus dem ganzen Land war das Theatervolk angereist, um an diesem einzigartigen Festival teilzunehmen, das alle zwei Jahre in einer anderen Stadt stattfindet und dieses Jahr bereits zum achten Mal ausgerichtet wurde. Die “Spurensuche” ist nicht nur Theaterfestival, sondern auch ein Austausch- und Arbeitstreffen: Man trifft sich, um gemeinsam Kindertheater anzusehen, sich darüber auszutauschen und um selbst tätig zu werden.

  • Zu Gast beim Festival Völker hört die Signale #2 in Jena

    Das Redaktionsteam von www.theaterpolitik.de war vom 15. - 25. November 2006 beim Festival Völker hört die Signale #2 in Jena zu Gast. 

    Wir waren eingeladen, über das Festival zu berichten und nicht nur utopische Wege zu finden für ein Theater als künstlerisch-sozialen Kommunikationsraum. Diese Suche führte nicht vorbei am Medium Internet - das Ergebnis ist die Seite www.utopien-festival.de.