Schöffengericht

Markus&Markus ist ein Theaterkollektiv aus Hildesheim, in kurzen Stichworten formulieren sie hier den Kern ihrer Arbeit:

1.    Wir sind Markus&Markus. Vor vier Jahren standen wir das erste Mal auf einer Bühne und erzählten von unserer Anzeige gegen Carsten Maschmeyer und den Präsidenten der Universität Hildesheim – Wolfgang-Uwe Friedrich – wegen Titelhandel, Bestechung und Bestechlichkeit.
2.    „Der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung von heute habe ich entnommen, dass Sie den Uni-Präsidenten wegen des Falls Maschmeyer angezeigt haben. Ich würde gerne mit Ihnen, Friedrich und Maschmeyer darüber sprechen und bitte Sie, sich bei mir zu melden. Vielen Dank und beste Grüße.“
3.    „Es ist nicht unser Anliegen, und in einer Redaktion mit Herrn Friedrich über Kulturpolitik zu unterhalten. Wir machen Theater. Wir verhandeln unsere Themen vor Publikum. Wir existieren praktisch nur für die Zeit der Aufführung.“
4.    Seit vier Jahren werden wir auf diese Anzeige angesprochen und mit ihr in Verbindung gebracht. Es ist an der Zeit zu sagen: Diese Anzeige hat es nie gegeben.
5.    „Am Ende von Ibsens ‚Wildente‘ ist das Mädchen Hedvig tot. Sie hat sich erschossen. Beim für sie besonders heftigen Applaus steht Hedvig (Elisa Plüss) wieder auf beiden Beinen, die Wangen gerötet. Natürlich, so funktioniert Theater. Im Normalfall.“
6.    Wir sind Markus&Markus. Wir machen reales Theater. Wir wollen keinen Schauspieler mehr sehen, der so tut, als wolle er sterben. Warum tun Leute so? Das verstehen wir nicht.
7.    „Müssten die Theaterleute aber nicht genau das zu erreichen versuchen, dass nämlich Margot gern weiterleben möchte?“
8.    Wir machen politisches Theater.
9.    Wir sind keine moralische Anstalt.
10.    Das Theater ist der Ort für die Behauptungen. Was Realität ist und in der Behauptung stattfindet, wird Behauptung. Was behauptet wird, wird Realität.


aus: Impulse Theater Festival 2015. Programmheft

Die Gießkanne ist am verdunsten...

Die Interessensgemeinschaft Freier Theater Steiermark Das Andere Theater mit Sitz in Graz fordert in einem Offenen Brief den österreichischen Kulturlandesrat Dr. Buchmann dazu auf, die Förderung nichtinstitutioneller Theater nicht noch weiter zu verringern. Professionele Arbeit zu fairen Gagen wäre mit den zugesprochenen Fördersummen nicht mehr möglich. Die Verteilung der Gelder, 1,5 Mio. für die Freie Szene und 15 Mio. Euro für die Theaterholding (Schauspielhaus), sei unfair und es würde an denen gespart, die sowieso schon an ihrem Existenzminimum arbeiten.

Aus Soliarität und theaterpolitischer Relevanz veröffentlichen wir diesen Brief auch auf unserer Webseite.

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Bundesländertour der IG Freier Theaterarbeit 2014/2015 in Österreich

Im November 2014 veröffentlichte die österreichische Interessengemeinschaft freier Theaterarbeit (IGFT) ihren Bericht über die Ergebnisse, Problemlagen, sowie Lösungsansätze der Rahmenbedingungen freier Theaterarbeit, welche anhand einer österreichweiten Bundesländertour erforscht wurden. Im Frühjahr 2015 soll ein Austausch im Bundeskanzleramt mit Kulturpolitikern initiiert werden. Die Endfassung des Berichts kann nun auf der Website der IGFT eingesehen und heruntergeladen werden: Zusammenfassung und Ergebnisse der Bundesländertour der IGFT 2014/15

 

Rückblick 2014: "Politisches Handeln in Gemeinschaft"

In der ersten Ausgabe der "Gift" 2014 schreibt Julia Wiegele:

Im März 2012 haben Künstler_innen und Kulturproduzenten_innen, die in der so genannten Freien Szene 1 Berlins tätig sind, die Koalition der Freien Szene aller Künste (KFS) gegründet. Die Koalition möchte auf die „eklatante Fehlentwicklung im Berliner Kulturhaushalt aufmerksam machen, die die Substanz des viel beschworenen und international gefeierten kreativen Berlin gefährdet“ 2 . Man könnte die KFS als ‚symbolischen Zusammenschluss‘ oder als ‚strategisch-politisches Netzwerk‘ bezeichnen, das die gemeinsamen Forderungen an die politischen Vertreter_innen Berlins richtet.

Der gesamte Artikel kann in Form einer PDF hier gelesen werden.

„Der Freiheit zuliebe“ Über das Politische in den Darstellenden Künsten

 

 

Es ist nicht glaubwürdig, wenn wir einerseits vorgeben, politisch arbeiten zu wollen und soziale Missstände in anderen Arbeitsbereichen kritisieren, während wir selbst in neoliberalen Mustern agieren.“ (Bundesverband Freier Theater) Eine von zehn Arbeitsthesen widmet sich dem politischen Anspruch der im BuFT organisierten freien Theater. Sie diente als Einstieg in den Diskurs zur Veranstaltungsreihe „next.generation“, am 15. November 2014 während des 9. Festivals Politik im Freien Theater in Freiburg auf dem Fachforum „Der Freiheit zuliebe.“ Zwei Podien und ein Speeddating mit Künstlern des Festivals widmeten sich der Leitfrage „was das politische in den künstlerischen Arbeiten der freien Darstellenden Künste ausmachen könnte?“ Die Beiträge näherten sich aus der theoretischen, historischen und praktischen Perspektive dem Gegenstand.

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