Bundesforum 2017 - Teil I - Erfordernisse von Theaterarbeit benennen und dafür Förderung fordern (1)

Zur Eröffnung des Bundesforums Freie Darstellende Künste
Von Wolfgang Schneider

„Wenn wir (also: die hier anwesenden professionellen freien Theatermacher) von „Freiem Theater“ sprechen, dann meinen wir Projekte und Ensembles aus den Sparten Sprechtheater, Musiktheater, Tanz und Performance, Objekt- und Figurentheater - und darüber hinaus eine Vielzahl von Konzepten, die über die Genregrenzen hinweg, jenseits von ihnen und irgendwo mitten zwischendrin anzusiedeln wären.“, schreibt Zeha Schröder als Zusammenfassung der Arbeitsgruppen Künstler_innen in der Dokumentation von 2007 zu einem Symposium des Fonds Darstellende Künste. Und weiter listet er auf, was Freie Theater „bei aller Unterschiedlichkeit“ verbindet: „ein grundlegend anderes Organisationssystem“, aber auch „die immer gleichen strukturellen Schwierigkeiten“ und er wagt die Prognose: „Wir haben heute die Produktionsmodelle, die morgen sowieso gebraucht werden“.

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Mehr Geld für weniger Projekte?

Die Auswirkungen der Honoraruntergrenze auf die finanzielle Situation im freien Theater

 

Faire Arbeitsbedingungen und Honoraruntergrenzen, die Ausweitung der Konzeptionsförderung,

Verstetigung und Ausbau der Investitionsmittel – das sind die Forderungen der Arbeitsgruppe

Theaterhäuser des Landesverbandes Freier Theater Niedersachsen (LaFT). Unter dem Motto „Wir

beflügeln Niedersachsen“ verteilten die LaFT-Geschäftsstelle sowie Vertreter*innen der

Theaterhäuser am 14. Juni 2017 das aktuelle Positionspapier des LaFT am Rande des

Niedersächsischen Landtagsplenums. Hintergrund der Forderungen sind die prekären

Arbeitsbedingungen, die wegen der derzeitigen finanziellen Lage in den freien Darstellenden

Künsten herrschen.

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"Die eigene GEschichte parat haben"

Wie sieht die Historie des Freien Theaters aus? Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass das Freie Theater „seine eigene Geschichte nicht parat hat“, so Henning Fülle, Kulturforscher und Dramaturg.

Deshalb soll diesem Missstand durch die Erarbeitung einer Konzeption für ein Archiv des Freien Theaters im Rahmen eines Forschungsprojektes des Institutes für Kulturpolitik der Universität Hildesheim Abhilfe geschaffen werden. Das Projekt „Performing the Archive“ stellt den Versuch dar, zukünftig die Dokumente des Freien Theaters von Dachböden und Kellern zusammenzutragen und an einer zentralen Stelle aufbereitet zu bündeln. Dabei soll der Begriff der Performance eine besondere Rolle spielen, damit nicht ein „Staubmasken- weiße- Handschuhe- Achiv“ entstehe.

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Kollektive des Recherchierens und Reflektierens - Ein Gespräch über die Rolle des Freien Theaters zwischen Mieke Matzke, Jens Roselt und Geesche Wartemann, moderiert und dokumentiert von Azadeh Sharifi und Wolfgang Schneider

Was sind Merkmale Freien Theaters? Welche Impulse haben Freie Theatergruppen der deutschen Theaterlandschaft gegeben? Und wo sind Prozesse künstlerischer und kulturpolitischer Veränderungen zu identifizieren? Im Rahmen eines Kolloquiums des Forschungsprojektes “Die Rolle der Freien Theater im europäischen Theater der Gegenwart: Strukturelle und ästhetische Veränderungen”, das vom Internationalen Theater-Institut Zentrum Bundesrepublik Deutschland unter der Leitung von Professor Dr. em. Manfred Brauneck (Universität Hamburg) durchgeführt wurde, haben die Professoren Geesche Wartemann, Jens Roselt und Mieke Matzke vom Institut für Medien und Theater der Universität Hildesheim die Rolle des Freien Theaters in Deutschland erörtert. Aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten sie Konzepte und Kriterien eines Freien Theaters.

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Next Generation im Freien Theater - Ein Kommentar zum Fachforum „Generationenwechsel“ in Hannover

Von den Alpen bis ans Meer wird vom Generationenwechsel im Freien Theater gesprochen. Stichworte wie „Next Generation“ und „Generation Y“ sind immer wieder zu hören und zu lesen. Doch was hat es mit diesem Generationenwechsel auf sich? Woher kommt der Trend, darüber zu sprechen?

Die erste Generation der freien Theatermacher schreitet unweigerlich auf das Rentenalter zu – auch wenn einige das noch nicht wahrhaben wollen. Oft schon in den 1970er Jahren haben sie eigene Gruppengegründet, Ästhetiken in der Stadt und im Land etabliert und Förderer ans Haus gebunden. Viele haben ein reiches Erbe geschaffen, das weitergeführt werden soll. Es ist offensichtlich, dass etwas getan werden muss ob der alternden Freien Szene und ihrer Strukturen. Die Frage ist nur wie?

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