Die Theatergemeinden tagten zur Kulturpolitik

„Baustelle Theater!“- Betreten auf eigene Gefahr? Doch damit hatte in Köln niemand ein Problem: Vom 9. bis zum 11. Mai 2013 versammelten sich  Freunde des Theaters aus der ganzen Republik zu den diesjährigen Theatergesprächen des Bundes der Theatergemeinden Deutschlands. Und welche Stadt könnte einen besseren Nährboden für Maskeraden und närrisches Treiben aller Art bieten? Ob Handwerker, Architekt oder Oberarzt, hier treffen Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen aufeinander. Was sie verbindet: Ihre Liebe zum Theater und der Wunsch, sich für dafür zu engagieren. Sie alle sind hier, um gemeinsam über Probleme, aber auch über das Potential und die Ziele des Theaters zu diskutieren. Dabei immer im Fokus: Der allseits beschworene „Kulturinfarkt“.



„In Deutschland herrscht eine tiefe Systemkrise, die weit über den Kulturbereich hinaus in die Politik geht“, so Dr. Christian Esch vom NRW KULTURsekretariat. Wo man hinschaut nur Kürzungen, die Haushalte der Länder brennen auf Sparflamme. Man ist sich einig: Der Funke für die Bühne muss wieder entfacht werden und auf die Menschen überspringen.

Dafür wären zunächst die Vorbehalte gegenüber der Institution Theater ernst zu nehmen. Bildschirm und Leinwand haben die Bühne in den letzten Jahren fast vollständig verdrängt, das beginnt schon bei den ganz Kleinen. Dr. Birgit Meyer, die Chefin der Kölner Oper und Dr. Heike Spieß vom Goethe Museum Düsseldorf sind sich einig: Heutzutage brauchen Kinder und Jugendliche eine spezielle Hinführung zum Theater. Schon im Kindergartenalter muss der Grundstein gelegt werden. Ein Ziel sollte somit der Ausbau der Jugendprogramme und eine groß angelegte Kampagne für Kindertheater sein. Worüber man sich noch einig ist: Dass auch Migranten in die Theaterlandschaft eingebunden werden sollen. Die Bühne ist schließlich für alle da.

"Es liegt an uns, einen Beitrag beizusteuern, damit die Kultur auch weiterhin ein wichtiger Mosaikstein in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben darstellt und keinen Schaden nimmt. Wenn die Theatergespräche dazu dienen, haben sie ihren Sinn erfüllt“, so Franz- Josef Knieps, der Vorsitzende der Theatergemeinde Köln im Grußwort zur Tagung. Aber wer aus dem Publikum steht auf, ist bereit und hat den Mut diese Veränderungen in der deutschen Theaterlandschaft umzusetzen?