Schließung von Theatersparten löst die strukturellen Probleme nicht

Während im sächsischen Leipzig die Zukunft des Instituts für Theaterwissenschaft auf dem Spiel steht, ist die Theaterlandschaft im benachbarten Sachsen-Anhalt existenziell bedroht. Sowohl die Theater in Dessau und Eisleben als auch in Halle sehen sich seit dem Beschluss des Landeshaushaltes 2014 mit enormen Kürzungen konfrontiert.
Der Deutsche Kulturrat nimmt in einer Pressemitteilung vom 22.01.2014 Bezug auf die Situation in Dessau.


Pressemitteilung des Deutschen Kulturrats zur Schließung der Sparten Schauspiel und Ballett am Anhaltinischen Theater Dessau

Berlin, den 22.01.2014. Das Anhaltische Theater ist ein in Dessau-Roßlau angesiedeltes, kommunales Mehrspartenhaus mit Musiktheater, Schauspiel, Ballett, der Anhaltischen Philharmonie sowie einem Puppentheater, das durch Landesmittel unterstützt wird. Nun drohen dem Haus, das auf eine mehr als zweihundertjährige Tradition zurückblicken kann, erhebliche Einschnitte, denn die Landesregierung von Sachsen-Anhalt plant eine Kürzung der Mittel. Die Sparten Schauspiel und Ballett sollen, das wurde jetzt bekannt, zum 01. Januar 2016 abgewickelt werden.  

 

Der Deutsche Kulturrat hatte das Anhaltische Theater bereits im November 2013 auf seine "Rote Liste der bedrohten Kultureinrichtungen"gesetzt.

 

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates und Moderator des Kulturkonvents Sachsen-Anhalt, Olaf Zimmermann, sagte: "Sachsen-Anhalt und besonders Dessau sind vom demografischen Wandel existenziell betroffen. Deswegen ist allen im Kulturbereich Verantwortlichen bewusst, dass eine Neuausrichtung der kulturellen Angebote letztlich unumgänglich ist. Der Kulturkonvent Sachsen-Anhalt hat der Landesregierung und dem Landtag empfohlen, den Theatern im Land bis zum Jahr 2019 Zeit zu geben, die notwendigen und tiefgreifenden Strukturentscheidungen selbst zu treffen. Es ist sehr bedauerlich, dass die Politik dem Theater in Dessau nun nicht die erforderliche Zeit für vernünftige Anpassungsmaßnahmen einräumen will.Die Schließung von Theatersparten, wie jetzt in Dessau vorgesehen, löst die strukturellen, durch den demografischen Wandel hervorgerufenen, Probleme nicht."           


  • Die Empfehlungen des Kulturkonvents Sachsen-Anhalt können hier abgerufen werden.
  • Zur Roten Liste gelangen Sie hier.