Kompromisse mit zwei Pässen - Kommentar zur zweijährigen Kooperation zwischen der freien Tanz- und Theatergruppe Gintersdorfer/Klaßen und dem Theater Bremen

In der Spielzeit 2012/2013 begann eine zweijährige Kooperation zwischen der Tanz- und Theatergruppe „Gintersdorfer/Klaßen“ und dem Theater Bremen, welches durch den Fonds „Doppelpass“ der Kulturstiftung des Bundes gefördert wurde. Ziel der Förderung ist die Kooperationen von festen Tanz- oder Theaterhäusern mit freien Gruppen zu unterstützen und somit die Möglichkeit dazu zu öffnen, neue Freiräume zu schaffen, sowie wertvolle neue Erfahrungen und Perspektiven künstlerisch zu verbinden. So könnten „die Theater den freien Gruppen mehr Aufführungsmöglichkeiten und eine attraktive Infrastruktur mit hoher organisatorischer und künstlerischer Kompetenz bieten, während die freien Gruppen die Institutionen mit ihren inhaltlichen Akzenten und bewährten Ausdrucksformen, Arbeitsmethoden, sowie Themensetzungen, bereichern.“

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Das internationale Forum des Berliner Theatertreffens- Ein Forum für die Theaterpolitik?

Auf der großen Probebühne der Uferstudios haben sich mehrere Grüppchen im Raum verteilt. In einer dieser Gruppen sitzen Sofía Wilhelmi aus Argentinien und Laura Jiménez Gonzáles aus Kolumbien. Vor ihnen liegt ein großes weißes Schild auf das Sofia das Thema der Gruppe geschrieben hat: „How to do theater with no money“. Es haben sich nur wenige Deutsche dieser Gruppe angeschlossen. Sie sitzen um andere weiße Schilder herum:  “How to change theatre structure (Stadttheater vs. Freie Szene)” oder “Do we think about the audience”. Die Teilnehmenden an diesem Tauschhandel von Erfahrungen und Fragen sind die Stipendiaten und Stipendiatinnen des 50. Internationalen Forums. Das Stipendienprogramm des Berliner Theatertreffens lädt seit 1965 jedes Jahr junge Theatermacherinnen und Theatermacher ein, um die zehn „bemerkenswertesten Inszenierungen“ des Jahres (so die Begründung der Theatertreffen-Auswahl) anzuschauen und um gemeinsam in den Dialog zu treten.

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Offener Brief von Burkhard C. Kosminski

Die Schuldenbremse rückt näher: ab 2020 dürfen Kommunen keine Schulden mehr machen. Die Städte werden zuerst die "freiwilligen Ausgaben" streichen, sprich: Stadttheater werden nicht mehr finanziert werden können und ihnen droht die Schließung. Burkhard Kosminski, Intendant des Nationaltheater Mannheim, schlägt in einem offenen Brief vor, den Solidaritätszuschlag umzuschichten und in Zukunft für Kunst und Kultur zu verwenden. Ist das ein möglicher Ausweg aus dem finanziellen Notstand, der bald den Theatern droht?

Der Offene Brief ist hier nachzulesen.

Wäre das schlimm? Bernd Stegemann plädiert für das Künstlertheater

In einem Artikel auf der Online-Plattform Nachtkritik reiht sich Bernd Stegemann, Dramaturg und Professor an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin in den Diskurs um die Zukunft des Stadttheaters ein. Vor dem Hintergrund der aktuellen Sparzwänge vieler Stadttheater und deren andauerndernder kritischer Befragung durch das Postdramatische Theater sucht Stegemann nach Auswegen aus der Krise und plädiert für ein Theater, dass sich auf seine zentrale Aufgabe besinnt: Die Produktion von Kunst.
"Die Stadttheater sind als Gebäude wie als Institution, in denen durch Arbeitsverträge öffentliches Geld für das Theater gebunden ist, für jede ästhetische Entwicklung bereit. Sie abzuschaffen, wäre hochgradiger Leichtsinn. Sie so weiter zu führen wie bisher ebenfalls."

Der ganze Artikel kann auf www.nachtkritik.de nachgelesen werden.

 

Über Sachsen-Anhalt und sein restauratives Verhältnis zur Kultur

Der Theaterlandschaft Sachsen-Anhalts stehen harte Zeiten bevor. Nach den beschlossenen Etatkürzungen für drei Theater des Landes blicken diese in eine ungewissen Zukunft: Das Theater Halle steht vor einer möglichen Insolvenz, dem Dessauer Theater droht der Verlust der Schauspiel- und Ballettsparte und das Theater in Eisleben soll in ein "Kulturwerk" umgewandelt werden. In der Debatte um die Kürzungen meldet sich nun auf dem Online-Portal Nachtkritik der Kultusminister Sachsen-Anhalts Stephan Dorgerloh zu Wort und widerspricht seinen Kritiker_innen, die in der Theaterpolitik des Landes einen "kulturellen Kahlschlag" sehen. Damit antwortet er auf einen zuvor auf Nachtkritik erschienen Artikel über die Kulturpolitik Sachsen-Anhalts, in dem der Autor Matthias Schmidt der Landesregierung ein "restauratives Verhältnis zu Kultur" vorwirft.


Der Artikel zum Kulturabbau und die Antwort des Kultusministers finden sich hier und hier.