Wäre das schlimm? Bernd Stegemann plädiert für das Künstlertheater

In einem Artikel auf der Online-Plattform Nachtkritik reiht sich Bernd Stegemann, Dramaturg und Professor an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin in den Diskurs um die Zukunft des Stadttheaters ein. Vor dem Hintergrund der aktuellen Sparzwänge vieler Stadttheater und deren andauerndernder kritischer Befragung durch das Postdramatische Theater sucht Stegemann nach Auswegen aus der Krise und plädiert für ein Theater, dass sich auf seine zentrale Aufgabe besinnt: Die Produktion von Kunst.
"Die Stadttheater sind als Gebäude wie als Institution, in denen durch Arbeitsverträge öffentliches Geld für das Theater gebunden ist, für jede ästhetische Entwicklung bereit. Sie abzuschaffen, wäre hochgradiger Leichtsinn. Sie so weiter zu führen wie bisher ebenfalls."

Der ganze Artikel kann auf www.nachtkritik.de nachgelesen werden.

 

Über Sachsen-Anhalt und sein restauratives Verhältnis zur Kultur

Der Theaterlandschaft Sachsen-Anhalts stehen harte Zeiten bevor. Nach den beschlossenen Etatkürzungen für drei Theater des Landes blicken diese in eine ungewissen Zukunft: Das Theater Halle steht vor einer möglichen Insolvenz, dem Dessauer Theater droht der Verlust der Schauspiel- und Ballettsparte und das Theater in Eisleben soll in ein "Kulturwerk" umgewandelt werden. In der Debatte um die Kürzungen meldet sich nun auf dem Online-Portal Nachtkritik der Kultusminister Sachsen-Anhalts Stephan Dorgerloh zu Wort und widerspricht seinen Kritiker_innen, die in der Theaterpolitik des Landes einen "kulturellen Kahlschlag" sehen. Damit antwortet er auf einen zuvor auf Nachtkritik erschienen Artikel über die Kulturpolitik Sachsen-Anhalts, in dem der Autor Matthias Schmidt der Landesregierung ein "restauratives Verhältnis zu Kultur" vorwirft.


Der Artikel zum Kulturabbau und die Antwort des Kultusministers finden sich hier und hier.

 

Schließung von Theatersparten löst die strukturellen Probleme nicht

Während im sächsischen Leipzig die Zukunft des Instituts für Theaterwissenschaft auf dem Spiel steht, ist die Theaterlandschaft im benachbarten Sachsen-Anhalt existenziell bedroht. Sowohl die Theater in Dessau und Eisleben als auch in Halle sehen sich seit dem Beschluss des Landeshaushaltes 2014 mit enormen Kürzungen konfrontiert.
Der Deutsche Kulturrat nimmt in einer Pressemitteilung vom 22.01.2014 Bezug auf die Situation in Dessau.

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Fatale Träume vom Erbe

Ist die deutsche Theaterlandschaft immateriell und ein Weltkulturerbe?

"Der Deutsche Bühnenverein will die deutsche Theaterlandschaft als 'immaterielles Weltkulturerbe' anmelden. Darüber kann man diskutieren – wenn man diskutieren will. Aber bis zu seiner Hauptversammlung im Mai 2013 in Kiel behandelte sein Präsidium das Vorhaben eher als geheime Kommandosache, von der die angereisten Mitglieder zunächst nur aus der Zeitung erfuhren."

Dieter Rossmeisl schreibt in der Zeitschrift Kulturpolitische Mitteilungen der Kulturpolitischen Gesellschaft über die Haltung des Deutschen Bühnenvereins zur geplanten Anmeldung der deutschen Theaterlandschaft als 'immaterielles Weltkulturerbe'. Hier ist der Artikel zu lesen.

 

Kollektives Arbeiten ist Chefsache

 

Absolvent_innen und Student_innen aus Hildesheim bewarben sich 2011 als Gruppe auf die Intendanz am Theater Neumarkt in Zürich. Die Kommission entschied sich gegen das Modell des Intendantenensembles. Dabei könnte eine Neuformulierung der betrieblichen Strukturen dem Theater aus seiner Rechtfertigungskrise helfen.

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