Schließung von Theatersparten löst die strukturellen Probleme nicht

Während im sächsischen Leipzig die Zukunft des Instituts für Theaterwissenschaft auf dem Spiel steht, ist die Theaterlandschaft im benachbarten Sachsen-Anhalt existenziell bedroht. Sowohl die Theater in Dessau und Eisleben als auch in Halle sehen sich seit dem Beschluss des Landeshaushaltes 2014 mit enormen Kürzungen konfrontiert.
Der Deutsche Kulturrat nimmt in einer Pressemitteilung vom 22.01.2014 Bezug auf die Situation in Dessau.

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Fatale Träume vom Erbe

Ist die deutsche Theaterlandschaft immateriell und ein Weltkulturerbe?

"Der Deutsche Bühnenverein will die deutsche Theaterlandschaft als 'immaterielles Weltkulturerbe' anmelden. Darüber kann man diskutieren – wenn man diskutieren will. Aber bis zu seiner Hauptversammlung im Mai 2013 in Kiel behandelte sein Präsidium das Vorhaben eher als geheime Kommandosache, von der die angereisten Mitglieder zunächst nur aus der Zeitung erfuhren."

Dieter Rossmeisl schreibt in der Zeitschrift Kulturpolitische Mitteilungen der Kulturpolitischen Gesellschaft über die Haltung des Deutschen Bühnenvereins zur geplanten Anmeldung der deutschen Theaterlandschaft als 'immaterielles Weltkulturerbe'. Hier ist der Artikel zu lesen.

 

Kollektives Arbeiten ist Chefsache

 

Absolvent_innen und Student_innen aus Hildesheim bewarben sich 2011 als Gruppe auf die Intendanz am Theater Neumarkt in Zürich. Die Kommission entschied sich gegen das Modell des Intendantenensembles. Dabei könnte eine Neuformulierung der betrieblichen Strukturen dem Theater aus seiner Rechtfertigungskrise helfen.

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Wer sich dauernd rechtfertigt, wird infrage gestellt

Marion Tiedtke, freischaffende Dramaturgin und Professorin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, wirft auf www.nachtkritik.de einen Blick auf Gegenwart und Zukunft der deutschen Stadttheater. In ihrem Beitrag plädiert sie für ein Theater, das sich als Institution versteht, die Kunst ermöglicht - ein Anspruch, den sie vor allem durch die zunehmende Unterwerfung unter das "Diktat der Ökonomie" gefährdet sieht. Könnten die zum Zwecke "künstlerischer Forschung" an Ausbildungsstätten geschaffenen Experimentierräume Möglichkeiten sein, sich diesem Diktat zu entziehen und an ästhetischen Prozessen für die Zukunft des Theaters zu arbeiten?

 

Den ursprünglich als Vortrag auf der Klausurtagung des Deutschen Bühnenvereins 2013 gehaltene Beitrag zur "Debatte um die Zukunft des Stadttheaters" kann man hier lesen.

 

Szenen einer Partnerschaft I Die „Doppelpass“-Kooperation zwischen Theater Freiburg und Turbo Pascal im Doppelporträt. Teil eins: Die Perspektive des Stadttheaters

Das Projekt „Doppelpass“ der Bundeskulturstiftung ist eine Förderung der Zusammenarbeit einer freien Gruppe mit einer festen Theaterinstitution. In einem zweijährigen Residenzprogramm werden gleichberechtigte künstlerische Kooperationen gefördert, die gemeinsam neue Formen der Zusammenarbeit erproben und künstlerische Produktionen entwickeln sollen. Im Fonds „Doppelpass“ soll Künstlerinnen und Künstlern beider Seiten der nötige Freiraum geschaffen werden, um „Strukturen und Arbeitsweisen produktiv zu verbinden“.

Das Theater Freiburg und die Gruppe Turbo Pascal sind eines der 31 Paare, die am Projekt teilnehmen. Turbo Pascal ist ein Performer- und Autoren-Kollektiv, das sich 2004 während des Studiums in Hildesheim gründete. Sie begreifen das Theater als Versammlungsort und interessieren sich nach eigenen Angaben dafür, wie Menschen heute ihr Zusammenleben organisieren.

 

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