Klein und kraftvoll - 20 Jahre Theater der Stadt Aalen

Während Anfang bundesweit die Kulturetats gekürzt werden, gründet sich 1991 in einer Stadt in der schwäbischen Provinz ein neues Theater mit eigenem Ensemble. Von den stürmischen Anfängen bis zu den aktuellen Entwicklungen des Stadttheaters Aalen berichtet nun ein reich bebilderter Jubiläumsband. Das von Schauspieler und Autor Stefan Keim herausgegebene, knapp hundert Seiten starke Buch ist vor allem eines: Chronik des Aufstiegs eines Ausnahmetheaters.

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Die Kunstfreiheit der Anderen - Blackfacing in Berlin

"In meiner Gedankenwelt ist absolut kein Platz für Rassismus" ist der erste Satz des Statements von Dieter Hallervorden, den er anlässlich des kontrovers diskutierten Theaterstücks "Ich bin nicht Rappaport", welches im Schlosspark Theater im Januar 2012 Premiere hatte, äußert. Das Theaterstück "I am not Rappaport" des amerikanischen Autors Herb Gardner spielt im New Yorker Central Park und handelt von zwei älteren Herren, ein jüdischer Amerikaner und ein Afroamerikaner, die sich auf einer Parkbank über ihre gemeinsamen Erfahrungen des Alterns austauschen und im Laufe des Stückes anfreunden.

Die Plakate, die im Vorfeld der Premiere in Berlin ausgehängt waren, zeigen Dieter Hallervorden mit seinem allseits bekannten "Blödelgesicht" und einen schwarz-geschminkten Joachim Bliese mit einem ebenfalls "dämlichen" Gesichtsausdruck und weit aufgerissenen Augen. Bereits im Dezember hagelte es beim Schlosspark Theater empörte Briefe, die dann im Januar vor allem über die Facebook-Seite des Schlosspark Theaters zu einer wahren Flut der Empörung ausuferten. Die Kritik bezog sich auf das theatrale Stilmittel des "Blackfacing", also des Schwarzschminken des weißen Darstellers und die damit verbundene kulturelle Konnotation der rassistischen Maskerade, die am ausgeprägtesten in den Minstrel Shows des 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten vorzufinden war.

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Aufhören! Schluss jetzt! Was Neues!

Wer wird Intendant am Gorki-Theater? Jetzt wird mit dem besten Kandidaten verhandelt: Nicolas Stemann.

Machen wir uns kurz die Situation klar: Die Hauptstadt hat fünf Stadttheater. Die Unterschiede zwischen den Häusern sind groß – Frank Castorfs Volksbühne und Claus Peymanns Berliner Ensemble bewohnen, ästhetisch gesehen, verschiedene Theaterplaneten. Aber alle Häuser folgen demselben Stadttheatermodell: Man kümmert sich, mehr oder weniger, um die Klassiker, spielt ein bisschen Romane oder Filme, giert nach Uraufführungen und hat allenthalben Not, Frieden unter den Ensemblemitgliedern zu wahren. Und alle leiden zusehends an Schnappatmigkeit: In ziemlich kurzer Zeit werden ziemlich viele Premieren herausgebracht, weil man erstens glaubt, das Publikum wolle mit immer Neuem gefüttert werden und man zweitens hofft, so schneller auf die Pulsschläge der Zeit reagieren zu können. Allseits herrscht zudem die Furcht vor Subventionskürzungen und ein seltsamer Selbstlegitimationsdruck. Aufs Ganze gesehen kommt einem das Stadttheater mitunter wie ein Zwangsapparat vor. Man muss es deshalb nicht in Bausch und Bogen verdammen, jedes Stadttheater hat seine Berechtigung. Aber es ginge in Einzelfällen auch anders.

An diesem Punkt kommt das Maxim-Gorki-Theater ins Spiel. Es ist das kleinste der Hauptstadthäuser. Seitdem Armin Petras hier 2006 Intendant wurde, hat es sich in einen jugendherbergshaften Überbietungswettkampf begeben: noch schnappatmiger, noch mehr Premieren in noch kürzerer Zeit als alle anderen...

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Freunde des Theaters - Lobbyisten für die Kultur

Allerorten müssen die Bühnen sparen, weil Länder und Kommunen ihnen die Budgets kürzen. Freundeskreise und Fördervereine gewinnen damit an Bedeutung. Sie leisten finanzielle, aber auch ideelle Unterstützung. Wie steht es um das bürgerschaftliche Engagement für die Theater in Mitteldeutschland? Eine Bestandsaufnahme.

Die weithin bekannte Stuhlpatenschaft ist nur ein kleiner, dabei aber wichtiger und sichtbarer Teil des Engagements der meisten Theater-Vereine. Neben finanziellen Hilfen unterstützen viele Freundeskreise auch die inhaltliche Arbeit der Häuser. Mit Gesprächsabenden und Theaterfahrten regen sie den Austausch zwischen Publikum und Theater an. Besucher sollen damit in die Lage versetzt werden, Theater besser zu verstehen. Zugleich geht es darum, den Publikums-Nachwuchs für die Bühnen zu fördern.

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Offensive gegen das Stadttheatersystem

Der Jahresbeginn 2012 gleicht dem des vergangenen Jahres: Das Staats- und Stadttheatersystem ist Attacken ausgesetzt wie zuvor. Mit dem wesentlichen Unterschied jedoch, dass sich die unterschiedlichen Handlungsebenen und deren Akteure deutlicher abzeichnen. Die Zielvorstellungen nehmen klarere Konturen an. Was zuerst als Ausfall der freien Szene nach vorne anzusehen war, ist taktischer Teil einer übergreifenden Strategie, „die das ganze deutsche Theatersystem in den Blick nimmt". Während an den Theatern alle Anstrengungen darauf gerichtet sind, den Spielbetrieb trotz anhaltender Einsparungsauflagen qualitätsvoll aufrecht zu erhalten, nimmt die Strukturdebatte einen entgegengesetzten Verlauf. Von der freien Szene und ihrem Bundesverband Freier Theater, über das Kultursekretariat-NRW bis hin zur Zunft der Kulturmanager, ist man sich darin einig, dass dem Stadttheatersystem die letzte Stunde geschlagen hat. Das Problem dabei ist nur, dass die Ensembles der sterbenden Theater höchst lebendig sind.

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