Freunde des Theaters - Lobbyisten für die Kultur

Allerorten müssen die Bühnen sparen, weil Länder und Kommunen ihnen die Budgets kürzen. Freundeskreise und Fördervereine gewinnen damit an Bedeutung. Sie leisten finanzielle, aber auch ideelle Unterstützung. Wie steht es um das bürgerschaftliche Engagement für die Theater in Mitteldeutschland? Eine Bestandsaufnahme.

Die weithin bekannte Stuhlpatenschaft ist nur ein kleiner, dabei aber wichtiger und sichtbarer Teil des Engagements der meisten Theater-Vereine. Neben finanziellen Hilfen unterstützen viele Freundeskreise auch die inhaltliche Arbeit der Häuser. Mit Gesprächsabenden und Theaterfahrten regen sie den Austausch zwischen Publikum und Theater an. Besucher sollen damit in die Lage versetzt werden, Theater besser zu verstehen. Zugleich geht es darum, den Publikums-Nachwuchs für die Bühnen zu fördern.

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Offensive gegen das Stadttheatersystem

Der Jahresbeginn 2012 gleicht dem des vergangenen Jahres: Das Staats- und Stadttheatersystem ist Attacken ausgesetzt wie zuvor. Mit dem wesentlichen Unterschied jedoch, dass sich die unterschiedlichen Handlungsebenen und deren Akteure deutlicher abzeichnen. Die Zielvorstellungen nehmen klarere Konturen an. Was zuerst als Ausfall der freien Szene nach vorne anzusehen war, ist taktischer Teil einer übergreifenden Strategie, „die das ganze deutsche Theatersystem in den Blick nimmt". Während an den Theatern alle Anstrengungen darauf gerichtet sind, den Spielbetrieb trotz anhaltender Einsparungsauflagen qualitätsvoll aufrecht zu erhalten, nimmt die Strukturdebatte einen entgegengesetzten Verlauf. Von der freien Szene und ihrem Bundesverband Freier Theater, über das Kultursekretariat-NRW bis hin zur Zunft der Kulturmanager, ist man sich darin einig, dass dem Stadttheatersystem die letzte Stunde geschlagen hat. Das Problem dabei ist nur, dass die Ensembles der sterbenden Theater höchst lebendig sind.

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Veranstaltungshinweis: Symposium Kunstvernetzung oder die Kunst der Vernetzung - 31.Januar 2012 - LOFFT Leipzig

Symposium  Kunstvernetzung oder die Kunst der Vernetzung - 31.Januar 2012 - LOFFT Leipzig - Programm

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Ein Stadttheater der Zukunft - Das neue Theaterhaus Jena arbeitet am Modell

„Wir brauchen ein Modellhaus in Deutschland, das anders als die gängigen Theater funktioniert. Kein Stadttheater mit einer Nebenspielstätte für das Besondere, keine weitere freie Spielstätte mit zu wenig Geld – sondern ein starkes Haus." fordert Freie-Szene-Kurator Matthias von Hartz im Arbeitsheft von Theater der Zeit „Heart of the City". Das kleine Theaterhaus Jena, gerade erst zwanzig geworden, hat seit der Spielzeit 2011/2012 ein neues Leitungsteam, das mit Goethes „Urfaust" am 24. November 2011 seinen Einstand feierte. Ist es da zu viel verlangt, das „starke Haus" im Sinne des Freie-Szene-Kurators von Hartz zu sein? – Das Theaterhaus hat gerade auf struktureller Ebene eine experimentelle, „anarchistische" Tradition, stelltw Egberth Tholl am 30.11.11 in der Süddeutschen Zeitung heraus. Aus finanzieller Not wurde in den 90ern ein Gesellschafter-Modell entwickelt, das mit einer basisdemokratischen Orientierung auch in künstlerischen Fragen einherging. Die neue fünfköpfige Künstlerische Leitung, in der keiner älter als 30 ist, knüpfe nun, so Tholl, an die „anarchistischen Anfangszeiten an".

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Under Construction - Theater sind Kunstorte, die sich immer wieder neu definieren müssen. Ein Plädoyer für den Umbau des Theaters zum Laboratorium

Das Jahr 1970 führte den Kopiergerätehersteller Xerox Corporation in eine tiefe Krise. Der Patentschutz für sein wichtigstes Verfahren, die Xerograie, lief ab, und man fürchtete, wesentliche Marktanteile an die japanische Konkurrenz zu verlieren. Um die Vormachtstellung im Bereich Bürotechnologie zu behalten, musste Xerox neue Technologien entwickeln und ging dazu einen un- gewöhnlichen Weg: Das Unternehmen engagierte eine Gruppe junger Wissenschaftler und richtete für sie mit dem Palo Alto Research Center eine Art Forschungspark ein. Die Idee dieses Laboratoriums war, dass jeder der jungen Wissenschaftler ohne Vorgaben seine Ideen frei entwickeln konnte – in einer Atmosphäre des Austauschs und der Kollaboration: „Die Atmosphäre war wie elektrisiert, es herrschte totale Freiheit. Es gab keinen gesunden Menschenverstand, fast jede Idee wurde als Herausforderung angesehen und regelmäßig hinterfragt." (John Warnock). Der Fehler: Das Management von Xerox griff von den zahlreichen Erfindungen, die dort gemacht wurden, nur jene auf, die etwas mit Fotokopieren zu tun hatten, vor allem die Ideen des Laser- und des Farbdruckers. Andere Ideen wie Prototypen für graische Benut-zeroberlächen, das Konzept tragbarer Computer, Videobearbeitungssoftware und die Maus wurden nicht weiterentwickelt. Gäste von außen, die in das Labor eingeladen wurden, wie Steve Jobs oder Bill Gates, nahmen diese Ideen auf, transformierten sie zu ihren eigenen und entwickelten sie zur Marktreife. Xerox hingegen war zu fixiert auf seine eigenen Produkte und dadurch nicht in der Lage, das Potenzial der Erindungen einzuschätzen.

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