Rückblick 2014: "Ja was denn nun?"

In der Januar-Ausgabe 2014 von „"Theater Heute“" schreibt Eva Behrendt einen
Kommentar zur Finanzlage der Berliner Theaterszene. Darin nimmt sie Bezug auf den
Beschluss des Kultursenats, der die angekündigten Einnahmen von ca. 25
Millionen Euro aus der City Tax nicht mehr, wie zunächst angekündigt, für
die freie Kulturszene vorsah, sondern diese vorwiegend der Schuldentilgung dienen
sollen. Überschusseinnahmen jenseits der 25 Millionen Euro seien zukünftig an
die freie Szene zu vergeben. Die Frage nach einer gerechten Verteilung der
Gelder sorgte aber eher für Streitigkeiten. Diese Situation nimmt die
Autorin zum Anlass, das derzeitige Theatersystem zu kritisieren und die
Zukunft der Kulturpolitik in Frage zu stellen.

Jahresrückblick 2014: "Rostocker Signal"

Ende 2013. Für die Mitglieder des Deutschen Bühnenvereins steht ein Flächentarifvertrag für Orchestermusiker vor der Tür. Daraufhin kündigt das Volkstheater Rostock seinen Austritt aus der Standesorganisation der Stadt- und Staatstheater an. In der Februarausgabe 2014 von „Theater der Zeit“ veröffentlichen Stefan Rosinski, kaufmännischer Geschäftsführer des Volkstheaters, und Sewan Latchinian, damals designierter Intendant, das „Rostocker Signal“. Der Text versucht nicht nur den drastischen Schritt zu erklären, sondern zeigt auch auf die prekäre finanzielle Situation der „Theaterbetriebe, deren Rechtsträger strukturschwache Kommunen sind“, und klagt das vermeintlich unverantwortliche Handeln des Bühnenvereins an.

 

Artikelempfehlung: „Berliner Ensemble 2017 oder Klaus Wowereit telefoniert“

 

Thomas Wieck, Dramaturg in Berlin, kritisiert in der Januar-Ausgabe von „Theater der Zeit“ die kulturpolitische Entscheidung über den für 2017 geplanten Intendanz-Wechsel am Berliner Ensemble. Der mittlerweile pensionierte regierende Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit habe es versäumt, eine“ ästhetisch berechtigte und ideell legitimierte“ Nachfolge zu bestimmen. Das Berliner Ensemble stehe schließlich für die Erneuerung der Schauspielkunst und des gesamtdeutschen Theaters. Deshalb bedeute die Personalia einen Rückschritt zu einem unbedeutenden, politisch bequemen Stadttheater.

 

 

Kein Innehalten. Wird das deutsche Theater mit belanglosen Jungautoren überschwemmt?

Zum 20. Mal fanden am Deutschen Theater in Berlin die Autorentheater Tage (ATT) 2014 statt. Till Briegleb, Theaterkritiker der "Süddeutschen Zeitung", hat in seiner Funktion als alleiniger Juror fünf Siegerstücke von Theaterautoren ausgewählt. Dabei verzichtete er auf den "Fetisch des Neuen", und präsentierteStücke, die während der zwanzigjährigen Geschichte der ATT schon einmal gewonnen hatten.

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Kompromisse mit zwei Pässen - Kommentar zur zweijährigen Kooperation zwischen der freien Tanz- und Theatergruppe Gintersdorfer/Klaßen und dem Theater Bremen

In der Spielzeit 2012/2013 begann eine zweijährige Kooperation zwischen der Tanz- und Theatergruppe „Gintersdorfer/Klaßen“ und dem Theater Bremen, welches durch den Fonds „Doppelpass“ der Kulturstiftung des Bundes gefördert wurde. Ziel der Förderung ist die Kooperationen von festen Tanz- oder Theaterhäusern mit freien Gruppen zu unterstützen und somit die Möglichkeit dazu zu öffnen, neue Freiräume zu schaffen, sowie wertvolle neue Erfahrungen und Perspektiven künstlerisch zu verbinden. So könnten „die Theater den freien Gruppen mehr Aufführungsmöglichkeiten und eine attraktive Infrastruktur mit hoher organisatorischer und künstlerischer Kompetenz bieten, während die freien Gruppen die Institutionen mit ihren inhaltlichen Akzenten und bewährten Ausdrucksformen, Arbeitsmethoden, sowie Themensetzungen, bereichern.“

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