Im Würgegriff

Draußen auf dem Land, hügelig oder flach, in kleinen oder auch schon größeren Städten, gibt es Theater, die von der überregionalen Kritik weitgehend unbesucht bleiben. Jenseits der Metropolen oder überhaupt von Häusern mit großer Tradition gehören sie zusammen mit den Kunstvereinen, dem Kino, dem Symphonieorchester zum städtischen Kulturleben. Ihre Bedeutung als wesentliches Zentrum städtischer Auseinandersetzung haben sie weitgehend verloren, aber eines müssen sie leisten: Die Bevölkerung muss sich mit ihrem Theater identifizieren können, hier besucht man seine lokalen Stars, hier bekommt man seinen eigenen „Faust“ präsentiert, eine Tatsache, hinter der Qualitätsdebatten bisweilen zurücktreten. Das ist Kunst Marke Eigenbau, die sich von den Gastspielen in den Stadthallen und der Eventkultur abhebt. Bei den Premieren wirft man sich in Schale, man setzt auf Kooperation mit den Schulen, zunehmend auf Theaterpädagogik und auch auf Publikumsoffenheit.

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Nach dem Spiel ist vor dem Theater

Freie Szene, freier Geist, freies Spiel: Theater und Fußball sind sich gar nicht so unähnlich. Doch seinen Job einfach abgeben, weil es nicht mehr rund läuft, wie Jürgen Klopp beim BVB, das käme Bühnenikonen wie Castorf, Peymann & Co nie in den Sinn.

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Nach Castorf. Die Berliner Volksbühne auf dem Weg zum „Eventschuppen“?

Chris Dercon, „der Kerl, den in Berlin keiner haben wollte“ (stern.de, 24.04.) wird ab 2017 die Leitung der Volksbühne übernehmen. Dass die Diskussion um Frank Castorfs Nachfolger als Intendant des Berliner Traditionstheaters über Wochen bundesweit in den Feuilletons kommentiert wurde und dadurch hochgekocht ist, hängt wohl vor allem damit zusammen, dass sich hier ganz unterschiedliche Akteure streiten: Da sind die eingefleischten Berliner Theatermacher Claus Peymann, Noch-Intendant des Berliner Ensembles, und Castorf auf der einen und die gerade ihr Amt angetretenen Herren Regierender Bürgermeister Michael Müller und Kulturstaatssekretär Tim Renner auf der anderen Seite. Dazu kommen weitere Kultur-Player, das immer wieder mal zündelnde Feuilleton und schlussendlich auch der, den Streit eher aus der Distanz beobachtende, fast schon darüber begeistert wirkende designierte Volksbühnen-Intendant Chris Dercon.

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Rückblick 2014: "Ja was denn nun?"

In der Januar-Ausgabe 2014 von „"Theater Heute“" schreibt Eva Behrendt einen
Kommentar zur Finanzlage der Berliner Theaterszene. Darin nimmt sie Bezug auf den
Beschluss des Kultursenats, der die angekündigten Einnahmen von ca. 25
Millionen Euro aus der City Tax nicht mehr, wie zunächst angekündigt, für
die freie Kulturszene vorsah, sondern diese vorwiegend der Schuldentilgung dienen
sollen. Überschusseinnahmen jenseits der 25 Millionen Euro seien zukünftig an
die freie Szene zu vergeben. Die Frage nach einer gerechten Verteilung der
Gelder sorgte aber eher für Streitigkeiten. Diese Situation nimmt die
Autorin zum Anlass, das derzeitige Theatersystem zu kritisieren und die
Zukunft der Kulturpolitik in Frage zu stellen.

Jahresrückblick 2014: "Rostocker Signal"

Ende 2013. Für die Mitglieder des Deutschen Bühnenvereins steht ein Flächentarifvertrag für Orchestermusiker vor der Tür. Daraufhin kündigt das Volkstheater Rostock seinen Austritt aus der Standesorganisation der Stadt- und Staatstheater an. In der Februarausgabe 2014 von „Theater der Zeit“ veröffentlichen Stefan Rosinski, kaufmännischer Geschäftsführer des Volkstheaters, und Sewan Latchinian, damals designierter Intendant, das „Rostocker Signal“. Der Text versucht nicht nur den drastischen Schritt zu erklären, sondern zeigt auch auf die prekäre finanzielle Situation der „Theaterbetriebe, deren Rechtsträger strukturschwache Kommunen sind“, und klagt das vermeintlich unverantwortliche Handeln des Bühnenvereins an.