Appell der Berliner Kinder- und Jugendtheater an die städtische Politik

Anlässlich des "Welttags des Theaters für Kinder- und Jugendliche" wenden sich die Berliner Kinder- und Jugendtheater mit einem dringenden Appell an die Berliner Politik. Darin fordern sie den Berliner Senat auf, die durch steigende Besucher_innenzahlen entstehenden Mehrkosten von über 50000 Euro zu übernehmen. Zur Unterstützung des Appells wurde die Online-Petition "FÖRDERUNG VON THEATERBESUCHEN FÜR SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER SICHERN" auf openpetition.de gestartet.

 

 

Hier der Wortlaut des Appells:

Eigentlich hätte die große und vielfältige Szene der Berliner Kinder- und Jugendtheater genug Gründe, den „Welttag des Theaters für Kinder und Jugendliche“ am 20. März zu feiern: Seit 2010 finden immer mehr junge Zuschauer den Weg in ihre Häuser, der JugendKulturService verzeichnet eine Zunahme um jährlich zusätzlich 20.000 Besucher. Insgesamt nutzen jährlich 300.000 junge Zuschauer die Besucherförderung des JugendKulturService.


Nach Feiern ist es den Berliner Kinder- und Jugendtheatern aber nicht zumute, denn: Mehr vom JugendKulturService geförderte Theaterbesuche bedeuten auch mehr Kosten. Der Senat für Bildung, Jugend und Forschung hat in den letzten Jahren nachträglich die Mehrkosten von ca. 30.000 Euro pro Jahr übernommen, für den Doppelhaushalt 2014/15 soll dies nicht mehr gelten, vielmehr verlangt der Senat vom JugendKulturService, selbst nach Kürzungsmöglichkeiten zu suchen. Egal, welche Lösung gefunden werden wird, sie wird auf dem Rücken der Besucher und der Theater ausgetragen werden – dagegen protestiert die Berliner Kinder- und Jugendtheaterszene und hat aus diesem Grund die Online-Petition FÖRDERUNG VON THEATERBESUCHEN FÜR SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER SICHERN auf openpetition.de (Stichwort: „Theater“ und „Schüler“) gestartet. Ziel ist es, eine breite Öffentlichkeit zu finden, die die Politik auffordert, die jährlichen Mehrkosten von 50.000 Euro zu übernehmen.


Zum bevorstehenden „Welttag des Theaters für Kinder und Jugendliche“ (20. März 2014)veröffentlicht die ASSITEJ (Internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche) eine Botschaft des südafrikanischen Theatermachers, Schauspielers und Schriftstellers Dr.John Kani. „Being there in that theatre made me feel part of the magic that was happening on that stage.“, beschreibt John Kani die Wirkung, die sein erster Theaterbesuch auf ihn hatte. „I was transported into a new world of not only my own imagination, but also into a bigger world of possibilities. I know that education is a key to everything. Theatre is a key that opens the door into your own imagination.“


Täglich bieten die Berliner Kinder- und Jugendtheater ihren jungen Zuschauern mit einer Vielzahl von Initiativen, Programmen, Veranstaltungen, Aufführungen, Aktionen und Projekten diese Erfahrungswelt an. Dass dabei Herkunft und Einkommen keine Rolle mehr spielt, dafür steht die Arbeit des JugendKulturServices.

Berlin schmückt sich gerne mit seiner Theaterlandschaft, zu der diese einzigartige Kinder- und Jugendtheaterszene gehört. Dafür gilt es, sich nicht nur damit zu schmücken, sondern auch die Verantwortung dafür zu tragen, denn „...Taking a child to the theatre is a gift that empowers the child to want to be heard. It makes the child believe that he or she also has a story to tell one day.“ (Dr. John Kani)