Facing the magazines - Eine Rezension von Zeitschriften der ASSITEJ

In den Publikationen „Facing the Society“ (2012), „Facing the Artist“ (2013) und „Facing the Audience” (2014) setzt sich die ASSITEJ (Association for theatre of children and young people) detailiert mit der Gesellschaft, dem Publikum und den Künstler_innen im Hinblick auf TYA (theatre for young audience) auseinander.

 

Besonders auffällig ist dabei die Frage nach Themen, die auf der Bühne verhandelt werden sollen. Die Autoren fordern auf sich von einem klassischen Repertoire zu lösen und auf die Bedürfnisse und Interessen der jungen Zuschauenden einzugehen: „More facts, less fiction“. (Facing the artist S. 17). Das junge Publikum von heute muss sich mit dem Theater identifizieren können. Das heißt, dass in künstlerische Entstehungsprozesse Kinder und Jugendliche einzubeziehen sind, da sie ja schließlich die Expert_innen für die sie betreffenden und relevanten Themen und Fragen sind und entschieden können was sie sehen und erleben wollen. Als größte Konkurrenten zum Theater werden Kino, TV und Internet benannt, in denen die jungen Zuschauenden bereits Vorstellungskraft und Bilder vorgefertigt vermittelt bekommen. Die ASSITEJ propagiert dagegen, dass allein das Theater die Möglichkeit den direkten Bezug zum Publikum herzustellen, bietet. Das mache Theater einzigartig. Eine Möglichkeit wie Theater relevanter werden könnte, wäre die modernen Medien für das Theater zu nutzen, anstatt sie als Gegner an zu sehen.

Eine Herausforderung, der sich TYA darüber hinaus stellen muss, ist der Vergleich zum Theater für Erwachsene. TYA wird immer noch als “2nd Hand” Theater gesehen und auch Darstellende des Kinder-und Jugendtheaters fühlen sich oft als weniger anerkannt, wenn sie Theater für junges Publikum produzieren. Dieses vermeintliche Qualitäts-Gefälle für Beteiligte müsse überwunden werden. TYA soll außerdem nicht als reiner Bildungsauftrag gesehen werden, sondern den Zuschauenden sollen ihre ästhetische Erfahrungen selbst machen können: „ […] that a quality TYA is not << educational theater>> […], and it can do more than just entertain, it can offer to young audience a really aesthetic experience that awakens in them feelings of transcendence, expansion, joy, truthfulness, but also of belonging and unity.“ (Facing the artist, S.59)

Doch wie kann diese Erfahrung ermöglicht werden? Wieso wird zwischen Theater für Erwachsene und Theater für junges Publikum überhaupt unterschieden? Sollten nicht die gleichen Bewertungskriterien gelten? Viele Beiträge in den Magazinen der ASSITEJ beziehen sich auf die sehr kurze Geschichte des Theater für junges Publikum, dass sich die Sparte immer noch etablieren muss. Es muss darum gekämpft werden, dass TYA endlich als gleichwertig und als eigenständige Kunst angesehen wird und nicht nur als Sozialkomponente für junge Menschen.

Quelle: Facing the Society. The Magazine of ASSITEJ 2012. Facing the Artist. The Annual Magazine of ASSITEJ 2013. Facing the Audience. The Annual Magazine of ASSITEJ 2014.

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