„Es müsste mehr Theater für mehr Menschen geben“ - Der Kulturwissenschaftler Wolfgang Schneider über Theater als „kulturelle Bildung“ und Versäumnisse der deutschen Stadt- und Staatstheater

Anlässlich des "Theaterpädagogischen Tages" am Saarbrücker Kinder- und Jugendtheater Überzwerg sprach Prof. Wolfgang Schneider, Leiter des Instituts für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim, mit der Saarbrücker Zeitung über Theater als kulturelle Bildung und die Notwendigkeiten einer gesellschaftlichen Öffnung der Stadt- und Staatstheater, die er im Kinder- und Jugendtheater bereits angelegt sieht.

Das komplette Interview findet sich hier online.

Verknüpfungspunkte. Über die Beziehung von Theaterpraxis und Theorie

Dass Theater Gegenstand wissenschaftlicher Forschung ist, war und bleibt kontrovers. Dabei hat die Theaterwissenschaft in Deutschland eine lange Tradition, die auf Vorlesungen von Max Hermann und Artur Kutscher Anfang des 20. Jahrhunderts zurückgeht. Das Verhältnis von Praktikern des Theaters und Theaterwissenschaftlern war und ist häufig diffizil. Deshalb war die Konferenz „Art meets Research. International symposium on concepts, contexts and methods of research in Theatre for Young Audiences (TYA)” des Theaterinstituts der Universität Hildesheim eine gute Möglichkeit, diese Verhältnisse zu beobachten.

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Müssen wir Belgischer arbeiten? Kinder- und Jugendtheater diskutiert den Umbruch

Freiburg, 24. November 2012 - Das Theater im  Marienbad, das Kinder- und Jugendtheater der Stadt im Breisgau lud ein: Zum Symposium über neue Entwicklungen und Herausforderungen des Theaters für ein junges Publikum. In sieben Tischgesprächen und einer abendlichen Podiumsdiskussion kamen Theatermacher, Lehrer, Pädagogen, Theaterwissenschaftler und Kommunalpolitiker zusammen. 

Es ist das ständige Hinterfragen der eigenen Arbeit, die die Theatermacher hier zusammen kommen lässt. Es sind die neuen alten Fragen, die sie sich stellen: Wohin müssen wir uns verändern? Brauchen wir performatives Theater  für Kinder? Oder sollen wir lieber den Jugendlichen die alten Geschichten weiter erzählen? Und auch sie schwebt im Raum: die große Strukturfrage. 

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Kulturagenten – Netzwerker vor Ort

Die einen firmieren unter dem Titel Kultur und Schule, die anderen agieren mit dem Kürzel TuSch und seit dem September 2011 gibt es jetzt auch die sogenannten Kulturagenten. Seit einigen Jahren sprießen immer wieder neue Vermittlungsprojekte zwischen Theatern und Schule aus dem Boden.

Das auf vier Jahre angelegte Modellprojekt habe – so heißt es laut Homepage – in den Bundesländern Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Baden-Württemberg insgesamt 46 Kulturagent_innen eingesetzt, die jeweils drei Schulen betreuten. Diese mussten sich zuvor bewerben und sind dann von der Programmleitung und den zuständigen Ministerien ausgewählt worden. Ziel des Programms sei es, Kinder und Jugendliche nachhaltig für Kunst und Kultur zu begeistern, um dadurch ihre Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Unterstützt wird das Programm von der Kulturstiftung des Bundes und der Stiftung Mercator.

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Drei Mal Jugend

Manchmal spricht auch ein Mangel für Gewinn. Ein wenig verwundert reibt man sich ja schon die Augen, dass beim neu ins Leben gerufenen Jugendstückewettbewerb des Heidelberger Stückemarkts keines der großen Kinder- und Jugendtheater Deutschlands dabei ist: kein Grips Theater, kein Theater an der Parkaue Berlin, kein Theater Junge Generation Dresden, kein Theater der Jungen Welt Leipzig.

Tatsächlich aber spricht diese Abwesenheit der Spezialisten bei gleichzeitiger Einladung von Staatstheatern aus Dresden, Wiesbaden und Hannover für eine wachsende Präsenz des Jugendtheaters. Die Zeiten, in denen die großen städtischen Bühnen am jungen Publikum vorbei inszenierten, sind passé. Ein starkes Jugendangebot gehört heute ebenso wie eine rührige Theaterpädagogik zur Grundausstattung der Häuser. Manch eine Bühne vermag mit jungen Arbeiten geradezu ein Profil zu schärfen. So war es beim Neustart der Oldenburger Intendanz von Markus Müller 2006, als mit "Crash" von Sera Moore Williams in einer Inszenierung der damals noch weitgehend unbekannten Anna Bergmann ein verheißungsvolles Signal für die ästhetisch dann tatsächlich sehr mutige Theaterarbeit im äußersten Nordwesten gesetzt wurde.

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