Herausforderungen fördern.

Holger Bergmann – GeschäftsführerVon Holger Bergmann Geschäftsführer Fonds Darstellende Künste/Berlin

Bundesweit hat das frei produzierte Theater, ein breites Spektrum an Themen und Aktualisierung in die Theaterlandschaft eingebracht: Fragen der Partizipation und Teilhabe in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Diversität oder Ausrichtungen auf generationsübergreifende Praxis sowie Fragen der Vermittlung von Kunst rücken hier oft in den Mittelpunkt der ästhetischinhaltlichen Konzeption und erschaffen erweiterte Zugänge zur Kunst wie zur demokratischen Gesellschaft. Zurzeit bildet das frei produzierenden Theater mit seinen nicht selten stilbildenden Kreationen mit unterschiedlichen Genres der Künste die Form, welche sich Themen der Zivilgesellschaft stellt und Teilhabeformate ebenso wie Technologien der Digitalisierung thematisiert und für das Gemeinwesen erprobt. Diese Kunstform, die sich heute schon der Gesellschaft von morgen stellt, gilt es neben der kommunalen und landesweiten Förderung, wie sie seit Jahren sehr engagiert die Stiftung Niedersachsen praktiziert, auch von Seiten des Bundes verstärkt zu fördern.

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Performing the Archive– Studie zur Entwicklung eines Archivs des Freien Theaters

Zusammenfassung der Ergebnisse

 

Die mit Förderung des Bundes – der Beauftragen für Kultur und Medien – und Landesministerien sowie einer Stiftung aus fünf Bundesländern zwischen Herbst 2015 und Ende 2016 durchgeführte Studie liefert einen fundierten Überblick über den Umfang, die Allokation und die Zustände der in Frage kommenden Bestände, die Konkretisierung der Aufgabenfelder ihrer Sicherung, Bewahrung und Erschließung sowie die Grundlinien der Konfigurierung eines Archivs für das Freie Theater. Dabei ist deutlich geworden, dass die Erarbeitung des Archivs wesentlicher Bestandteil jener Diskurse sein kann, denen es um die Fortentwicklung der deutschen Theaterlandschaft im Sinne ihrer strukturellen Zukunftsfähigkeit geht.

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Synergien finden - Ein Symposium über Förderstrukturen freier darstellender Kunst

Unter dem Titel Connect/ions luden das Kuratorium für Theater, Tanz und Performance der Stadt Wien und die Wiener Theaterjury im Dezember 2016 in Kooperation mit der IG Freie Theaterarbeit zu einem Symposium über Synergien der Förderstrukturen in der freien darstellenden Kunst ins MuseumsQuartier Wien. Rund 250 Künstler*innen aus Wien und den Bundesländern folgten der Einladung und diskutierten mit ca. 30 Expert*innen verschiedener Institutionen (siehe Kasten) über Gegenwart und Zukunft staatlicher und privatwirtschaftlicher Förderungen im Kontext einer sich wandelnden freien Szene und Gesellschaft.

Der Ausgangspunkt der Initiative: Längst und immer stärker agiert freie darstellende Kunst grenzüberschreitend: sei es über Sparten hinweg an den Schnittstellen von Theater, Tanz und Performance zu Literatur, Musik, Bildender Kunst und neuen Medien; sei es institutionen-, städte- oder (bundes)länderübergreifend.

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BANDEN! - Ein Festival neuer performativer Allianzen

In Oldenburg erprobt man im Mikrokosmos ein Zusammenkommen von Staatstheater und Freier Szene

 von Till Wiebel

Die Münchner Kammerspiele stellen ihren Theatersaal zur Verfügung und vergeben Produktionen als Modellversuche. Die „Theater der Zeit“ widmet der Diskussion ein paar Seiten, ein groß angelegtes Interview. Verschiedene Podien und Positionen, Essays und Fördertöpfe stellen sich eine Frage: Freie Szene und Stadt- und Staatstheater - Wie geht das zusammen? Das Oldenburgische Staatstheater schlägt vor, dass man sich in einem Verbundsystem dieser beiden Parteien am Konzept der Bande orientiert und eröffnet, auf der Suche nach Antworten, im März 2017 das erste BANDEN! - Festival neuer performativer Allianzen.

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An der unteren Grenze. Arbeiten im Freien Theater

Derzeit wird über die Gagen in der freien Szene diskutiert, Randnotiz in den öffentlichen Medien und doch existenziell für die Beteiligten. Und das sind nicht wenige: Das freie Theater macht etwa fünfzig Prozent aller künstlerischen Produktionen in Deutschland aus.1

Der Mindestlohn

Seit dem 1.1.2015 gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50€/h, davon profitieren laut Bundesregierung 3,7 Millionen Menschen. Die Mindestgage der NV- Bühne- Beschäftigten („Normalvertrag Bühne“) an öffentlichen Theatern wird angehoben, auf 1850€ monatlich, ein Betrag, den beispielsweise junge Schauspieler/ -innen, Regieassistent/ -innen und Inspizient/ - innen in den ersten Berufsjahren erhalten. Aber was geschieht mit den freiberuflich Theaterschaffenden, die häufig unter prekären Arbeitsbedingungen leiden?

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