Es geht, wie gesagt, um uns!

Die Projektförderung in der freien Theaterszene ist weiterhin auf der kulturpolitischen Agenda. Jens Roselt ermöglicht als Mitglied des Kuratoriums des Fonds Darstellende Künste, mit seinem Text „Es geht, wie gesagt, um mich“ Einblicke in die Arbeit eines Gutachters. Eine seiner Kernthesen - zuerst veröffentlicht auf nachtkritik.de - ist, dass freie Theatermacher vor der Kunst auf der Bühne das Handwerk des Antragstellens beherrschen müssten.

In einer offenen Stellungnahme antwortet Gregor Leschig aus der Sicht eines Theatermachers der freien Szene, der selbst Projektanträge verfassen muss. Er stellt die Auswahlkriterien des Fonds Darstellende Künste in Frage und kritisiert die seiner Meinung nach nicht vorhandene Transparenz des Auswahlprozesses. Dieses System der Kulturförderung bezeichnet er als „sozialpolitische und künstlerische Infamie" gegenüber den Antragsstellern. Leschigs Entgegnung erweitert den Diskurs und leistet einen weiteren Beitrag zur Debatte über die (prekären) Arbeitsbedingungen in der freien Theaterszene.
 

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Politik versus Theater

„You, the people, have the power!“ so werden die Teilnehmer  von jemandem begrüßt, der Chaplin spielt, der einen Diktator spielt. Der Monolog aus „Fight Club“, der am Anfang der Internationalen Konferenzan der Theater- und Musikakademie Vilnius stand, verstand sich als thematischer Einstieg in die Komplexität des Themas: „Politics vs Theatre“. Es waren nicht unterschiedliche Sichtweisen, wohl aber unterschiedliche Blickwinkel, die hier international zusammenkamen.

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Auf Umwegen im Kreis

Den Kultureinrichtungen fehlt es an Mitteln. Hilfe verspricht ein finanzpolitisches perpetuum mobile namens Umwegrentabilität. Ob man damit wirklich vom Fleck kommt ist fraglich.

Kürzlich beriet eine illustre Runde von Fachleuten im Deutschen Theater Berlin über die Möglichkeiten der niedrigschwelligen Kulturvermittlung. Mind the Gap hieß die Veranstaltung. Die Lücke, die gemeint war, bezieht sich auf diejenigen, die aufgrund von welchen Faktoren auch immer nicht ins Theater gingen. Ziel war nicht allein, den kulturellen Bildungsauftrag effizienter umzusetzen und diejenigen aus ihrer ästhetischen Unmündigkeit zu befreien, die sich aus Sicht der Veranstalterinnen noch nicht selbst befreit haben: Es ging, mit einem Wort, um Kulturmarketing.

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Der Geist und das Strukturproblem

Im Schauspiel Leipzig fand heute die erste gemeinsame Solidaritätsveranstaltung der Leipziger Theaterszene zur Unterstützung des von der Schließung bedrohten Instituts für Theaterwissenschaft der Uni Leipzig statt. Anlässlich dieser Veranstaltung berichtete die TAZ erneut über die geplanten Kürzungen an der Universität Leipzig. Die Autorin Esther Slevogt sieht im Profil des Leipziger Instituts ein Alleinstellungsmerkmal in der deutschsprachigen Theaterwissenschaft, das nicht verloren gehen dürfe:

"Es ist eines der letzten theaterwissenschaftlichen Institute, das Theater als kulturelle Praxis noch von ihrer Geschichtlichkeit denkt und erforscht. In vielen anderen Instituten dieses Fachs ist Theatergeschichte als Medien- und Öffentlichkeitsgeschichte und nicht zuletzt auch politische Geschichte längst marginalisiert oder ganz abgeschafft.
Nicht zuletzt wird in Leipzig auch die Geschichte des DDR-Theaters erforscht. Darüber hinaus verfügt das Institut über gute Netzwerke zu osteuropäischen Theaterkulturen und Institutionen, auch das ein Leipziger Alleinstellungsmerkmal."

Der gesamte Artikel findet sich hier. Auf Change.org gibt es zudem eine Petition gegen die Schließung, die bisher über 10000 Unterstützer_innen gefunden hat.

 

Der spielende Protest

 

Aufmerksamkeit ist eine wichtige Währung unserer globalisierten Welt. Auch Protestbewegungen müssen sich etwas einfallen lassen, um aufzufallen. Aber: Inszenieren und protestieren, passt das zusammen?


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