Vom 01.02.2015 bis zum 03.02.2015 findet in Leipzig "4. Boxenstopp - Werkstatt junger Autoren" statt.

Kategorie: Schaukasten
Veröffentlicht am Samstag, 20. Dezember 2014 16:55
Geschrieben von Prof. Dr. Wolfgang Schneider

 Vom 01.02.15 bis zum 03.02.15 werden am Theater der jungen Welt in Leipzig beim "4. BOXENSTOPP LEIPZIG – Werkstatt der Autoren", drei durch Stipendien geförderten Texte um die Begeisterung von jungem Publikum und Fachleuten ringen. Die Ergebnisse der drei Boxenstopp-Tage fließen anschließend in die weitere Arbeit an den Texte ein. Im Folgenden richtet sich Prof. Dr. Wolfgang Schneider mit einem Grußwort an "BOXENSTOPP":

 

Die Kunst, das Was und das Wie des Theaters zu schaffen

 

Es war der Autor Erich Kästner, der vor Jahrzehnten für jenes Stück die epische Grundlage geschaffen hat, mit dem das Theater der jungen Welt seine Gründung feierte. Es waren die Dramatiker Paul Maar und Volker Ludwig, die vor Jahren anlässlich ihres 75. Geburtstages in Leipzig zusammenfanden, um über das Schreiben für das Kinder- und Jugendtheater nachzudenken. Es werden Autoren der Dramatik sein, die anlässlich eines weiteren „Boxenstopps“ am Lindenauer Markt Halt machen, um sich über künstlerischen Prozesse für szenische Produkte auszutauschen.

 

Früher dichteten Autoren im stillen Kämmerlein, das Theater nahm sich des fertigen Textes an. Dann wurden Autoren als Dramaturgen in den Betrieb der Darstellenden Künste integriert. Und heute wird von Partnerschaften gesprochen, zwischen Theatern und Autoren. Aber was sind die Erwartungen an die Theaterautoren? Wie viel Autorentheater bestimmt die Spielpläne? Welche Erfahrungen gibt es beim partnerschaftlichen Stückentwickeln?

 

Auch das Theater für ein junges Publikum ist ein permanentes Experiment und wie die Geschichten auf die Bühne kommen, ist ein Aushandlungsprozess der Beteiligten. Autoren sind weder nur Zulieferer, noch sind sie die heimlichen Regisseure. Sie sind mit ihrer Kompetenz prädestiniert für das Was und das Wie der Erzählung, sie können Impulse geben und Impulse aufgreifen, sie können dramaturgisches Korrektiv sein.

 

Wie alles wandelt sich auch das Profil der Autorenschaft. Kollektive probieren sich aus und gestalten gemeinsam. Auch in solchen Arbeitsformen kann der dramatisch Talentierte eine wichtige Rolle spielen. In der Auseinandersetzung mit der Interpretation durch die Schauspieler bietet sich eine zusätzliche Chance der Gestaltung des literarischen Korpus. Letztendlich gilt, was zu sehen ist, zu erfahren, zu dekodieren. Aber es gilt auch festzuhalten, was für die weitere Nutzung geeignet erscheint. Denn einem Autor kann nichts Besseres passieren, wenn sein Stück immer wieder durch freundliche Übernahme im Theater neu bearbeitet wird.

 

Vor 25 Jahren titelte das Erste Frankfurter Autorenforum noch: „Vierter Rang, letzte Reihe?“. Die Position des Autors hat sich seit der Zeit durchaus verbessert. Er und sie sind auf der Bühne angekommen und werden meistens mit Respekt behandelt, im besten Falle einbezogen in das künstlerische Schaffen. Dafür sorgt auch das Stipendienprogramm des Deutschen Kindertheaterpreises. Und dieses fährt mal wieder in die Leipziger Boxengasse. Zum Jahres-Check des TÜV, dem „Theater-Übungs-Verein“.

 

Viel Erfolg wünscht

 

Professor Dr. Wolfgang Schneider, Vorsitzender der ASSITEJ Deutschland